V'24 Festivalinfo
17. BIS 29. OKTOBER
Die 62. Viennale feiert ihren offiziellen Abschluss am 29. Okotber 2025 mit Gala-Vorführung des Films DAHOMEY von Mati Diop. Nach den äußerst erfreulichen Besucher:innenzahlen des Vorjahres und dem vielversprechenden Vorverkauf können wir zum Ende des Festivals mit großer Freude von einer weiteren sehr gut besuchten Ausgabe und sogar einer Steigerung im Vergleich zu 2023 berichten. In 13 Festivaltagen besuchten 75.800 Menschen Filmvorführungen der Viennale, was einer Auslastung von 76,3% entspricht.
„Es war eine wunderbare Ausgabe, die sich natürlich mit dem politischen Klima der Unsicherheit und Besorgnis und den Konfliktsituationen an so vielen Fronten auf internationaler Ebene auseinandersetzen musste“, sagt Viennale Direktorin Eva Sangiorgi über die vergangenen zwei Festivalwochen. „Die Teilnahme des Publikums war außergewöhnlich, und die Großzügigkeit der Gäste hat Begegnungen, Diskussionen und viele Reflexionen gefördert, die, davon bin ich überzeugt, uns allen das Gefühl gegeben haben, Teil einer Gemeinschaft zu sein, die sich der Gewalt nicht anpassen will, sondern sich ihr mit Hilfe der vielen Sprachen des Kinos entgegenstellt.“
Die Viennale 2024 bot wieder jede Menge Höhepunkte, darunter war die Eröffnungsgala mit dem kürzesten jemals bei der Viennale gezeigten Eröffnungsfilm C’EST PAS MOI von Leos Carax, einem unkonventionellen, essayistischen Film, den Eva Sangiorgi gleich zu einem Manifest für diese Festival-Ausgabe erklärte. Nicht ganz unerwartet sorgten die größeren Hits des Festivaljahres für prickelnde Atmosphäre und ausverkaufte Säle – auch im Gartenbaukino mit seinen 736 Sitzen, von denen bei dieser Viennale nur wenige frei blieben: So gesehen bei Jesse Eisenbergs A REAL PAIN, Sean Bakers ANORA, Aaron Schimbergs A DIFFERENT MAN oder EMILIA PÉREZ von Jacques Audiard, um nur einige zu nennen. Eine besonders großartige Erfahrung war Brady Corbets THE BRUTALIST, der von einer frisch aus dem Werk gelieferten 70mm-Kopie gespielt wurde. Ungewöhnlich starkes Feedback löste Andreas Dresens beeindruckender Film IN LIEBE, EURE HILDE aus – begleitet von einem Auftritt der außergewöhnlichen Schauspielerin Liv Lisa Fries.
Eine ganz besondere Kino-Erfahrung ermöglichte der erst dieses Jahr aus dem Iran geflohene Regisseur Mohammad Rasoulof dem Publikum mit seinem Besuch in Wien und den bewegenden Gesprächen nach den Screenings seines Films DANEH ANJEER MOGHADAS (THE SEED OF THE SACRED FIG). Joshua Oppenheimer begeisterte wiederum mit seinem post - apokalyptischen Musical THE END und den blitzgescheiten Gedanken rund ums Filmemachen im Rahmen seiner Masterclass im Zentralino.
Einen besonders großen Buzz gab es bei dieser Viennale um die österreichischen Filme, angefangen bei Kurdwin Ayubs schon anderweitig vielfach ausgezeichnetem Film MOND, Alexander Horwaths imposantem Essayfilm HENRY FONDA FOR PRESIDENT, Mo Harawes THE VILLAGE NEXT TO PARADISE bis hin zu DEAR BEAUTIFUL BELOVED von Juri Rechinsky oder BLUISH von Lilith Kraxner und Milena Czernovsky, um nur einige zu nennen.
Auch die als „kleiner“ empfundenen Programme wurden vom Wiener Publikum gut aufgenommen, allen voran die durchaus experimentelle Monografie des mexikanischen Kollektivs Los Ingrávidos oder die Historiografie „Newly Restored“. Große Aufmerksamkeit auch beim nationalen wie internationalen Fachpublikum konnte die gemeinsam mit dem Filmmuseum realisierte Retrospektive zu Robert Kramer auf sich ziehen.