Jedes Jahr wählt die Viennale mit großer Sorgfalt einige bedeutende Werke der internationalen Filmgeschichte aus, die kürzlich restauriert wurden. Für viele sind diese Filme überraschende Entdeckungen; sie stammen aus unterschiedlichen Ländern und Zusammenhängen und in ihnen verdichtet sich auf je eigene Weise die Bedeutung der Filmkunst über die Zeiten hinweg. Mit dieser Sektion möchten wir zugleich auf den Wert der Archive aufmerksam machen und die Bedeutung ihrer Arbeit für den Erhalt des historischen Gedächtnisses durch das Kino würdigen.
In diesem Jahr präsentieren wir: AMMA ARIYAN von John Abraham, ein politisches Roadmovie durch ein Kerala im Aufruhr, finanziert mittels Kleinstbeträgen, die von Dorf zu Dorf gesammelt wurden; der letzte Film des Regisseurs, der 1987 im Alter von nur 49 Jahren starb.
KUROI JUNIN NO ONNA von Ichikawa Kon, eine schwarze Komödie, die in eine feministische Verschwörung übergeht.
LA DÉRIVE, der einzige Langfilm von Paula Delsol, einer der wenigen weiblichen Stimmen der Nouvelle Vague, lange vergessen und nun von der Cinémathèque française restauriert. Sowie, in zwei Programmen, die Filme von Artavazd Pelechian, den Serge Daney als „das fehlende Glied in der wahren Geschichte des Kinos“ bezeichnete.