22. OKTOBER BIS 3. NOVEMBER
Die 64. Viennale feiert ihren offiziellen Abschluss heute Dienstag, 3. November 2026, mit der Gala-Vorführung des Films THE LONELIEST MAN IN TOWN von Tizza Covi und Rainer Frimmel. Ein an Höhepunkten und schönen, besonderen Momenten reiches Festival geht zu Ende – und das äußerst erfolgreich.
Mit 78.800 verkauften Tickets konnte der hohe Level aus dem Vorjahr sogar noch leicht übertroffen werden. 112 der insgesamt 330 öffentlich zugänglichen Vorstellungen – und damit mehr als ein Drittel – waren ausverkauft. Dazu kamen knapp 3.500 Besucher: innen, die den Weg ins Funkhaus, unsere diesjährige Festival-Zentrale, fanden, um an den Gesprächen und Diskussionen mit Filmschaffenden und Expert:innen teilzunehmen. Oder sich an fünf Konzert/Party-Nächten der Musik und dem Tanzen hinzugeben.
„Ich bin noch immer überwältigt von diesen zwei vibrierenden Festivalwochen“, blickt Viennale Direktorin Eva Sangiorgi begeistert zurück. „Es ist ein außergewöhnliches Privileg, Teil davon zu sein. Die positive Resonanz des Publikums zeigt einmal mehr, wie wichtig die Viennale für diese Stadt ist und wie sehr sie auch international geschätzt wird – von den vielen Menschen, die von auswärts zu uns kommen. Wir durften außergewöhnliche, ungemein großzügige Gäste begrüßen, die sich von der Begeisterung in den Kinosälen anstecken ließen. Ich habe das Gefühl, dass wir in diesem Jahr noch enger zusammengerückt sind: mit unserem treuen Publikum, mit jungen und ganz jungen Menschen, aber auch mit der Filmbranche. Gemeinsam mit unseren Branchenpartner:innen haben wir zahlreiche Gelegenheiten geschaffen, bei denen Filmschaffende und Fachleute zusammenkommen, einander begegnen und sich austauschen konnten.“
Der erste ganz besondere Moment dieser Ausgabe stellte sich gleich zu Beginn ein. Seit die Viennale im Jahr 1960 ins Leben gerufen wurde, hatte noch nie ein experimenteller Kurzfilm das Festival eröffnet. Diese Ehre wurde dem österreichischen Filmemacher Johann Lurf zuteil, der sein 21-minütiges, im 70mm-Format projiziertes Werk bei der Eröffnungsgala im Gartenbaukino präsentierte. Dass mit Tizza Covis und Rainer Frimmels THE LONELIEST MAN IN TOWN ein weiterer heimischer Film das Festival beschließt, spannt laut Eva Sangiorgi „einen Bogen über all das, was uns am Kino wichtig ist: einerseits die faszinierende Kraft einer Kunst, die aus der Technik hervorgegangen ist und sich mit ihr immer weiterentwickelt hat. Auf der anderen Seite großes Autorenkino, das die Wirklichkeit auf unverwechselbare Weise erfasst, mit Menschlichkeit und Poesie. Zwei der kostbarsten Entdeckungen des internationalen Filmjahres – und zugleich ein schöner Anlass, ein außergewöhnliches Jahr für das österreichische Kino zu feiern.”
GÄSTE DER VIENNALE
160 nationale und internationale Filmgäste
185 Publikumsgespräche bei Screenings
Es sind vor allem die anwesenden Filmgäste, die die Viennale zu einem besonderen Filmfest machen. Auch in diesem Jahr fanden zahlreiche Regisseur:innen und Darsteller:innen den Weg nach Wien, um ihre Arbeiten persönlich zu präsentieren und sich den Fragen des hiesigen, bekannt cinephilen Publikums zu stellen. Die deutsche Regie-Ikone Ulrike Ottinger kehrte sozusagen an den Drehort ihres neuen Films DIE BLUTGRÄFIN zurück und feierte mit ihrer Hauptdarstellerin Isabelle Huppert sowie einem außergewöhnlichen Cast inklusive vieler heimischer Stars wie Birgit Minichmayr, Thomas Schubert oder Conchita alias Tom Neuwirth. Darüber hinaus durfte Viennale Direktorin Eva Sangiorgi Größen des Weltkinos begrüßen wie Bruno Dumont, der seinen außergewöhnlichen Film LES ROCHES ROUGES vorstellte, sowie Valeska Grisebach, Victor Kossakovsky, Sergei Loznitsa, Andrea Pallaoro, Ira Sachs, Angela Schanelec, Albert Serra, Sandra Wollner, Florian Zeller u.v.m.
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GESPRÄCHE IM FUNKHAUS
An fünf Abenden wurde das Funkhaus zur beliebten Viennale Party-Zentrale mit Konzerten und DJ-Lines. Doch auch die dort stattfindenden Gespräche und Diskussionen stießen auf enormes Interesse. Filmemacherin Olga Kosanović moderierte ein schönes Gespräch mit der marokkanischen Regisseurin Laïla Marrakchi über das Schreiben fürs Kino zwischen Marokko und Europa; eine spannende Runde an heimischen und internationalen Produzenten diskutierte über Modelle, wie man Streaming- Dienste dazu verpflichten kann, einen Teil ihrer Umsätze in die nationale Produktion zu reinvestieren; Freund:innen und Weg - gefährt:innen des kürzlich verstorbenen bedeutenden Produzenten, Festivalbetreibers und Gründers der Zeitschrift Afterimage, Simon Field, erinnerten sich gemeinsam an ihn, und die deutsche Regie-Größe Volker Schlöndorff blickte in einem Gespräch auf sechs Jahrzehnte Regiearbeit zurück.
Das Gespräch mit Volker Schlöndorff und viele andere Publikumsgespräche gibt es hier!
GROSSE FILME – KLEINE PROGRAMME
Neben den vielen „großen“ Filmen im Hauptprogramm, die erwartete Publikumsmagneten waren wie u.a. PAPER TIGER, CLUB KID, THE DEBUT, WILD HORSE NINE, EVERYTIME, BUNKER und auch der mit Spannung erwartete und restlos ausverkaufte Überraschungsfilm, der sich als der neue Film von Mike Leigh, TENDER LOVING CARE herausstellte, wurden auch vermeintlich „kleine“ Programme sehr gut vom Wiener Publikum angenommen. Die Kinematografie zum Werk von Jocelyne Saab erhielt unglaublichen Zuspruch, zur großen Freude der anwesenden Expertin der Jocelyne Saab Foundation, Mathilde Rouxel. Auch das Programm mit frühen Kinderfilmen von Abbas Kiarostami stieß auf gewaltiges Interesse vor allem auch bei unseren ausländischen Gästen und sorgte dafür, dass von Filmemacher Ira Sachs bis hin zu kleinen Töchtern anwesender Regisseurinnen Menschen jeden Alters im Kinosaal zu finden waren. Überhaupt zeigt sich, dass die Viennale mit ihren Programmen und Initiativen für junge Menschen wie der Viennale Debut Card oder dem Young Audience Screening auf dem richtigen Weg ist, um ein neues Publikum für Kino zu begeistern.
VIENNALE AUSBLICK
Wir könnten noch vieles von dieser zu Ende gehenden 64. Viennale im Rückblick erzählen, doch wir wollen kurz nach vorn schauen: Wir freuen uns, dass die Viennale es jedes Jahr aufs Neue schafft, sowohl das cinephile Wiener Publikum in seinen Bann zu ziehen als auch bei internationalen Gästen einen bleibenden positiven Eindruck zu hinterlassen, wie wir in vielen persönlichen Gesprächen wie auch aus Presseberichten erfahren dürfen. Wir verstehen dies als Auftrag: das Festival wird weiter wachsen, sich weiter entwickeln und viele neue Ideen in die Tat umsetzen. In diesem Zusammenhang freuen wir uns mitteilen zu können, dass der Vertrag von Geschäftsführer Paolo Calamita um weitere vier Jahre bis 2030 verlängert worden ist.
Wir bedanken uns abschließend bei den nationalen und zahlreichen internationalen Medien für das starke Interesse und großartige Feedback zum diesjährigen Festival und freuen uns ungemein auf die 65. Viennale 2027!