23 Okt 2022

DAILY: Tag 4, 23. Oktober 2022

© Viennale/Alexi Pelekanos

In unseren VIENNALE DAILIES werden Sie täglich zum Geschehen rund um das Festival informiert!

ZITAT DES TAGES

The intelligence of a room is larger than the number of people in it

(Lars Eidinger, über die Relevanz der (offenen) Kinos)

BRAUCHEN SIE NOCH FILMTIPPS? HIER EIN PAAR FILM-HIGHLIGHTS! 

Image of movie Pacifiction
PACIFICTION
Image of movie Afterwater
AFTERWATER
Image of movie Afterwater
AFTERWATER
Image of movie Nuclear Family
NUCLEAR FAMILY
Image of movie Nuclear Family
NUCLEAR FAMILY
Image of movie Soleil Ô
SOLEIL Ô
Image of movie La bestia debe morir
LA BESTIA DEBE MORIR

PACIFICTION
R: Albert Serra
SO, 23.10. 20:30 Uhr: GARTENBAUKINO
DI, 25.10. 21:00 Uhr: URANIA
Tahiti, Französisch-Polynesien: Gerüchte gehen um, dass die Atomversuche wieder aufgenommen werden sollen, angeblich sei des Nachts vor der Küste ein U-Boot gesichtet worden. Unter den Einheimischen kommt Unruhe auf; De Roller, Hochkommissar Frankreichs, von Magimel als fadisiert Undurchsichtiger mit dem Potenzial zu blitzartig aufschnellender Gefährlichkeit gespielt, versucht zu beschwichtigen. Freilich zieht er im Hintergrund auch noch an ein paar anderen Strippen. Ein breit angelegter Thriller, dem die tropische Hitze das Tempo nimmt und der Schauplatz berauschende Schönheit verleiht – und beides sich verschwört, das Publikum in Trance zu versetzen. (Alexandra Seitz)

AFTERWATER
R: Dane Komljen
SO, 23.10. 17:30 Uhr: STADTKINO IM KÜNSTLERHAUS
MI, 26.10. 13:30 Uhr: METRO, HISTORISCHER SAAL
Was beginnt wie das entrückte, dialogbefreite Badewochenende eines belesenen Berliner Studentenpärchens, entwickelt sich in der Folge zur experimentellen Seen- und Seelenkunde, die stumme Wahlverwandtschaft sucht mit Pflanzen, Tieren und im Wasser versunkenen Dörfern, einer nichtmenschlichen „Geografie der Wunder“. Die an klassischen Landschaftsansichten geschulte Kamera der ersten Episode wird zusehends fluide, mehr Fischflosse und „liquid cinema“ denn übers kontrollierende Auge vermittelte Aufnahmeapparatur. Im Ufergras des Stechlinsees dann umschlungen Träumende, die träumen, dass sie träumen, während der Tausendfüßler übers Zeltdach kriecht. (Stephan Settele)

NUCLEAR FAMILY
R: Travis Wilkerson, Erin Wilkerson
SO, 23.10. 18:45 Uhr: URANIA
MO, 24.10. 15:30 Uhr: STADTKINO IM KÜNSTLERHAUS
Wilkerson packt seine Familie ein und macht sich auf eine Querfeldein-Reise zu den Silos, in denen die Mittel- und Langstreckenraketen der USA lagern. Na, das klingt doch nach einem unterhaltsamen Familienausflug! Und ist es auch, weil alle im Dienst der Sache dieses klugen Films stehen. Die Kinder erinnern uns an unsere Verantwortung. Die Botaniker-Mutter entschlüsselt unterwegs befremdlichen Bewuchs. Des Filmemachers von ehrlichem Entsetzen getragenes Voiceover spannt souverän den Bogen von der völkermörderischen Landnahme in die global atom-bedrohte Gegenwart. Und die teils frei erfundenen Ortsnamen singen zu alldem ihren ganz eigenen Kommentar. Ein Galgenlied des Schreckens! (Alexandra Seitz)

SOLEIL Ô
R: Med Hondo
SO, 23.10. 13:00 Uhr: METRO, KINOKULTURHAUS
Ein „Besucher“ aus Afrika sucht in Frankreich Arbeit. Vor allem aber will dieser beispielhafte Protagonist sich Klarheit verschaffen über das Verhältnis von hier und dort, über „unsere eigene Zivilisation“ und ihre Zukunft in und mit der früheren Kolonialmacht. In einer losen Erzählung mit surrealen und satirischen Einsprengseln nimmt Hondo den alltäglichen Rassismus, das Elend der migrantischen Arbeiter, aber auch die sexuellen Projektionen auf die „noirs“ in den Blick. SOLEIL Ô bringt alle Themen der frühen Arbeiten des Filmemachers in einem Schlüsselwerk des postkolonialen Kinos zusammen. (br)

LA BESTIA DEBE MORIR
R: Román Viñoly Barreto
SO, 23.10. 13:00 Uhr: FILMMUSEUM
Ein Romanautor fahndet inkognito nach einem fahrerflüchtigen Paar, um Rache für den Unfalltod seines kleinen Sohnes zu nehmen. Den eigentlich geradlinigen Plot schreibt Román Viñoly Barreto – nach einem irrwitzig verwirrenden Auftakt – zur düsteren Geschichte der argentinischen Upperclass um, in der Schuldgefühle abwechselnd sadistisch und masochistisch abgewehrt werden. Chabrol war vom Stoff so beeindruckt, dass er sein Remake QUE LA BÊTE MEURE (1969) darauf basierte. In einem bizarren Kurzauftritt macht am Rande Nathán Pinzón als Hausgast auf sich aufmerksam. Ein Jahr danach spielte er unter Barretos Regie den Kindermörder in EL VAMPIRO NEGRO. (rw)

EINIGE UNSERER GÄSTE HEUTE

Mitra Farahani-
Mitra Farahani
Albert Serra
Albert Serra
Montse Triola
Montse Triola

Leandro Listorti
Regisseur von

HERBARIA

Cyril Schäublin
Regie von
UNRUEH

Nikolai Bosshardt
Darsteller in
UNRUEH

Chantal Scheiner
Produktion von
UNRUEH

Mitra Farahani
Regisseurin von
A VENDREDI, ROBINSON

Sharon Lockhart
Regisseurin von
EVENTIDE

Helena Wittmann
Regisseurin von
HUMAN FLOWERS OF FLESH

Angeliki Papoulia
Schauspielerin in
A LITTLE LOVE PACKAGE
HUMAN FLOWERS OF FLESH

David Wagner 
Regisseur von
EISMAYER

Dane Komljen
Regisseur von
AFTERWATER

Zsuzsanna Kiràly
Produktion von
AFTERWATER

Albert Serra
Regisseur von

PACIFICTION

Montse Triola
Produktion und Cast
PACIFICTION

Dmytro Sukholytkyy-Sobchuk
Regisseur von
PAMFIR

WAS PASSIERT HEUTE IM VIENNALE CLUB?
 

Sonntag, 23. Oktober - ab 19 Uhr: LUMPLECKER (SCHOOL)

MATERIALS

Travis & Erin Wilkerson: NUCLEAR FAMILY

Helena Wittmann HUMAN FLOWERS OF FLESH

VIENNALE PODCAST

Politik und Poetik im iranischen Kino: Ehsan Khoshbakht über Ebrahim Golestan 

PRESSESTIMMEN

Auf der Couch mit einer Pornolegende

Viennale: Med Hondo war Afrikas politischster Kinopionier