SOKOOTE BEINE DO FEKR

V'03

SOKOOTE BEINE DO FEKR

SILENCE BETWEEN TWO THOUGHTS

Babak Payami
Iran, 2003
Spielfilme, 95min, OmeU

SOKOOTE BEINE DO FEKR

Babak Payami
Iran, 2003
Spielfilme, 95min, OmeU

Mit: 
Maryam Moghaddam
Jungfrau
Kamal Naroui
Henker
Drehbuch: 
Babak Payami
Ton: 
Reza Dilpak
Kamera: 
Farzad Jodat
Schnitt: 
Jafar Panahi
Babak Karimi

Produktion: 
Payam Films 32 Mousani St. Unity Palastine Ave. Teheran, Iran T 21 895 1849 info@payamfilms.com
Weltvertrieb: 
Payam Films 32 Mousani St. Unity Palastine Ave. Teheran, Iran T 21 895 1849 info@payamfilms.com
Format: 
Video (Digi Beta)
Farbe

In einem entlegenen Dorf wird eine Frau vor der Hinrichtung bewahrt, mit der Behauptung, dass «Kriminelle zur Hölle fahren müssen, aber eine exekutierte Jungfrau in den Himmel kommen würde». Ein spiritueller Führer besteht auf die Ausführung der Tat und vermählt die Jungfrau mit ihrem letztlichen Henker. Der Henker muss seiner Braut, seiner Gefangenen und seinem künftigen Opfer ins Gesicht sehen. Silence Between Two Thoughts ist kein Film über Religion. Stattdessen spricht er das Dilemma jener Leute an, deren religiöse Einstellungen ausgebeutet werden, um über sie zu herrschen. Religion ist die Kulisse für alles im Leben der Region, in der ich den Film drehte. Es ist unmöglich, einen Film über diese Region zu machen, ohne das Thema Religion anzusprechen. Insbesondere dann, wenn sie missbraucht wird, um Leute zu betrügen. Der Film wirft also einen humanitären Blick auf eine gewalttätige und tragische Situation. Das Kernthema des Films betreffend Religion ist, wie diese fehlinterpretiert und missbraucht werden kann. Ähnliches geschah im Mittelalter; wir sahen es während des Taliban-Regimes, wir sahen es sogar in Waco, Texas. Das Thema ist so alt wie die Menschheit selbst. (Babak Payami) Ein Mann legt sein Gewehr an, sehr ruhig, dann schießt er: einmal, zweimal. Körper fallen im Off zu Boden, ein Karren transportiert sie wenig später ab, durch staubiges Niemandsland. Den dritten Schuss, auf den der Mann sich vorbereitet, verweigert man ihm. Die junge Frau, auf die er zielt, so teilt man ihm mit, könne man nicht hinrichten, sie sei Jungfrau, und exekutierte Jungfrauen kämen, auch wenn sie Kriminelle seien, in den Himmel. Der iranische Regisseur Babak Payami greift in Silence Between Two Thoughts ein gewagtes Thema auf: die Todesstrafe in moslemischen Gesellschaften, die Verbindung von Religion und Mord. Beim Filmfestival in Venedig im September konnte Payami seine karge Tragödie, dessen übelste Figur ein religiöser Ehrenbürger ist, nur als Videokopie zeigen, nur eine Skizze seinerArbeit: Das Negativ der Produktion wurde von den iranischen Behörden konfisziert. (Stefan Grissemann)