17 Okt 2025

DAILY: Tag 2, 17. Oktober 2025

Eröffnung

In unseren VIENNALE DAILIES werden Sie täglich zum Geschehen rund um das Festival informiert!

One of cinema’s greatest power is its animism. On screen there is no still life. Objects have attitudes. Trees gesture. Mountains, like this Etna, signify. Each element of staging becomes a character.

Jean Epstein
Le Cinématographe vu de l'Etna

Eröffnung der Retrospektive: JEAN EPSTEIN

Plakat der Retrospektive Jean Epstein

17. Oktober bis 27. November 2025 
Der französische Filmemacher, Kritiker und Theoretiker Jean Epstein (1897–1953) wurde in Warschau als Sohn eines polnisch-jüdischen Vaters und einer französischen Mutter geboren, wuchs in der Schweiz und in Frankreich auf und studierte Medizin, bevor er sich Anfang der 1920er Jahre dem Kino verschrieb. In seinem extrem vielfältigen filmischen OEuvre schlug Epstein, der oft mit der französischen Impressionistenbewegung assoziiert wird, eine Brücke zwischen avantgardistischen Experimenten und poetischem Realismus. Er entwickelte einen äußerst lyrischen Stil, in dem er visuelle Innovation mit philosophischer Reflexion und subjektive Wahrnehmung mit komplexer rhythmischer Schnitttechnik verband. In seinen theoretischen Schriften, insbesondere zum Konzept der „Photogénie“, argumentierte Epstein, dass das Kino verborgene Aspekte der Realität offenbaren könne. Am bekanntesten ist er heute sowohl für eine Reihe von Arbeiten, die seine lebenslange Faszination für die raue, zerklüftete Schönheit der Landschaften, Meereslandschaften und Menschen der Bretagne widerspiegeln, als auch für die ergreifende Adaption der gleichnamigen Erzählung von Edgar Allan Poe, LA CHUTE DE LA MAISON USHER (1928). 

Zu allen Stummfilmen gibt es Live-Musikbegleitung.

Ein Programm von Viennale und Österreichischem Filmmuseum.

Mehr zur Retrospektive können Sie HIER nachlesen!

FILMTIPPS FÜR KURZENTSCHLOSSENE!

GEN_

Filmstill of Gen_

R: Gianluca Matarrese
Frankreich, Italien, Schweiz | 2025 | 104 min | OmeU

Freitag, 17. Oktober, 20.30 Uhr: STADTKINO IM KÜNSTLERHAUS
Samstag, 18. Oktober, 13.30 Uhr: METRO, HISTORISCHER SAAL

Hetze gegen Transgender, Meloni im Kampfmodus für die traditionelle Familie – zu Beginn wird der politische Rahmen gesetzt, in dem Dr. Bini, Endokrinologe in Mailand, Menschen bei ihrer Geschlechtsangleichung betreut. Bilder der alltäglichen Klinikabläufe wechseln mit – in diskretem Abstand gefilmten – Gesprächen in seiner Praxis. Empathisch, aber nie gefühlig wendet Bini sich seinen Patient:innen zu, die offen von ihren Verletzungen und Ängsten erzählen. Ihm kommen wir nur nah, wenn der Film ihn als passionierten Pilzesammler zeigt, den Menschen aus seiner Praxis aber in einer berührenden Sequenz, in der ihre Körper die Spuren der Transition offenbaren. (Barbara Kronsfoth)

In Anwesenheit von Gianluca Matarrese und Maurizio Bini 

Mortu nega

Filmstill of Mortu nega

R: Flora Gomes 
Guinea-Bissau 1988 | 96 min | OmeU

Freitag, 17 Oktober, 16.00 Uhr: FILMMUSEUM
Montag, 20. Oktober 15.00 Uhr: METRO, KINOSALON

Guinea-Bissau 1973, antikolonialer Befreiungskampf: Waffen und Munition werden an Kamerad:innen in Zivil verteilt, die die schweren Lasten zu Fuß durch unwegsames Gelände transportieren. Unter ihnen Diminga, die ihren Mann an der Front treffen will. Die routinierten Handgriffe zeigen, dass dies nicht der erste lange Marsch für sie ist. Kommuniziert wird in knappen Worten, zugleich ist das gemeinsame Tun von einer liebevollen Zugewandtheit getragen – sie ist Teil des Kampfes für die gemeinsame Sache: die Befreiung von kolonialer Unterdrückung und die Emanzipation jedes und jeder Einzelnen. Eine wundervolle Schilderung dieses Aufbruchs. (Katja Wiederspahn)

DRY LEAF

Filmstill of Dry Leaf

R: Alexandre Koberidze
Deutschland, Georgien 2025 | 186 min | OmeU

Freitag, 17. Oktober, 20.00 Uhr: URANIA
Samstag, 18. Oktober, 19.30 Uhr: METRO, HISTORISCHER SAAL

Nicht nur Magie und Mysterium haben einen festen Platz in Koberidzes Kino. Auch dessen Fußballbegeisterung flammt wieder auf. In Anlehnung an seinen Vorgänger könnte DRY LEAF „Was sehen wir, wenn wir auf die Landschaft schauen?“ heißen, denn der mit einer antiken Handykamera gedrehte Reisefilm ist ausdauernd fasziniert von Flora und Fauna des ländlichen Georgiens. Aber die Wirklichkeit hat einen doppelten Boden in diesem Essay über die Wahrnehmung: Ein Vater, der seine verschwundene Tochter sucht – ihr letztes Projekt war, Sportplätze zu fotografieren –, begegnet lauter Unsichtbaren; auch sein Reisegefährte ist nur als Stimme präsent. (Gerhard Midding)

In Anwesenheit von Alexandre Koberidze und Mitgliedern des Teams.

Young Audience Screening

Die Viennale lädt heuer erstmals zu einem Screening speziell für junges Publikum. Am Samstag, 18. Oktober zeigen wir im Gartenbaukino einen mitreißenden Animationsfilm für alle ab 8 Jahren zum Spezialtarif!

Filmstill of Arco
ARCO

ARCO

R: Ugo Bienvenu
Frankreich 2025 | 88 Min | OmdU 

Samstag, 18. Oktober, 10 Uhr: GARTENBAUKINO
Preis pro Ticket: € 6
Im Kooperation mit WIENXTRA.

Stell dir vor, du landest plötzlich in einem Reich voller Farben, Magie und Geheimnisse – genau das passiert Arco, dem mutigen Jungen aus dem neuen, gleichnamigen Animationshit. Gemeinsam mit sprechenden Tieren und ungewöhnlichen Freunden stürzt er sich in ein Abenteuer, das nicht nur spannend, sondern auch ziemlich lustig ist. Doch Arco muss mehr tun, als nur Rätsel zu lösen: Er entdeckt, dass Mut, Freundschaft und Zusammenhalt viel stärker sind als jede Superkraft. Dabei wird er zu einem Helden, mit dem sich alle Kids identifizieren können – neugierig, manchmal unsicher, aber immer bereit, über sich hinauszuwachsen. Mit atemberaubenden Bildern, packender Musik und einer Story, die Herz und Kopf berührt, ist ARCO mehr als ein Film – es ist ein Erlebnis. Bist du bereit für das Abenteuer deines Lebens? 

EINIGE UNSERER HEUTIGEN GÄSTE 

Bild von Sinke Digna
Digna Sinke

Digna Sinke
Regisseurin von
Bewaren of hoe te leven
Monografie: Digna Sinke

Gerwin Tamsma
Kurator der
Monografie: Digna Sinke

Edgar Reitz
Regisseur von
Leibniz – Chronik eines verschollenen Bildes

Aenne Schwarz
Lars Eidinger
Salome Kammer
Antonia Bill 
Schauspieler:innen in
Leibniz – Chronik eines verschollenen Bildes

Kirill Serebrennikov
Regisseur von
DAS VERSCHWINDEN DES JOSEF MENGELE

Christopher Petit
Emma Matthews
Regisseure von 
D IS FOR DISTANCE

PARTY HEUTE

Lars Eidinger und TMNIT

LARS EIDINGER / TMNIT
PRATERSTRASSE, ab 23 UHR - FREIER EINTRITT!
In Kooperation mit FM4.

Lars Eidinger ist aus dem Viennale-Partyprogramm nicht mehr wegzudenken und hat sich längst als feste Größe etabliert. In diesem Jahr ist er jedoch nicht nur als DJ zu erleben, sondern auch mit seinem neuen Film LEIBNIZ – CHRONIK EINES VERSCHOLLENEN BILDES. Direkt nach der Premiere geht es auf die Tanzfläche, wo sein mehrstündiges Set aus eklektischem Pop, Rap, 80er-Sounds und Techno garantiert niemanden stillstehen lässt. Eröffnet wird der Abend von TMNIT, die afrikanische und Diaspora-Sounds mit House, Footwork und Zouk verbindet – tanzbar, politisch und genreübergreifend.
Mit Unterstützung von ABA – FILM in AUSTRIA.