LA MANCHA DE SANGRE
BLUTMAL, DAS
Überall, wo er sich herumtrieb, auf der ganzen Welt hat der geniale Filmemacher Sergej M. Eisenstein Spuren hinterlassen, hat andere Künstler inspiriert und zu eigenen Filmen motiviert. In Mexiko hat man ihn besonders verehrt, und einer seiner besten Freunde dort war ein Mann mit dem malerischen Namen Adolfo Best Maugard. Ein Freund der Künste und des Kinos, ein Maler, Pädagoge und Politfunktionär, der Eisenstein für dessen Dreharbeiten in Mexiko offiziell zur Seite gestellt war: um die Wahrhaftigkeit der Aufnahmen zu garantieren. Jahre später - Eisenstein war zurück in der Sowjetunion - drehte Best Maugard selbst einen Film: La mancha de sangre ist ein Meisterwerk des mexikanischen Kinos und ein Film, den keiner kennt. Ein unerhörter Film noir, eine irrlichternde, vibrierende Impression vom Nachtleben der großen Stadt: die Männer und Frauen der Nacht in ihrem mottenhaften Tanz um Liebe, Geld und Macht. Best Maugard brauchte keine Schauspieler, er drehte mit Nutten und Mackern, in einer Nachtbar, hautnah dran am Geschehen. Mittendrin ein Striptease von einer Intensität, dass er die Leinwand zu zerfetzen droht. 1943 kam der Film in die Kinos, nachdem Best Maugard ihn für die Zensur "zurechtgemacht" hatte, aber bald wurde er endgültig verboten und verschwand, Erst vor ein paar Jahren tauchte eine Nitrokopie auf, die in Mexico City restauriert wurde. La mancha de sangre ist eins der wahren revolutionären Werke des Kinos, in der Tradition von Eisenstein und Buñuel (L'Age d'of), einer der wenigen Filme, die das Prädikat "maudit" verdienen. (Fritz Göttler)
Als erstes fällt bei der Inszenierung des Films Maugards dokumentarischer Blick auf. Das Cabaret, die Achse der Handlung und der nahezu ausschließliche Handlungsort, zeichnet sich durch seinen rigorosen Realismus aus. Darin und in den Wandmalereien in Form von sich schlängelnden, sinnlichen Linien kann man das bildnerische Talent von Best Maugard erkennen. Der Nachtclub La mancha de sangre wäre aber nichts ohne die tanzende und leidende Masse, die ihn bevölkert. (Arturo Garmendia)
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