NEW ROSE HOTEL

V'98

NEW ROSE HOTEL

Abel Ferrara
USA, 1998
Spielfilme, 98min,

NEW ROSE HOTEL

Abel Ferrara
USA, 1998
Spielfilme, 98min,

Mit: 
Christopher Walken
Willem Dafoe
Asia Argento
Drehbuch: 
Abel Ferrara
Christ Zois nach der Kurzgeschichte von William Gibson
Kamera: 
Ken Kelsch
Schnitt: 
Anthony Redman
Jim Moll
Musik: 
Schooly D
Ausstattung: 
Frank de Curtis
Kostüm: 
David C. Robinson

Produktion: 
Edward R. Pressman Film Corporation
Weltvertrieb: 
Quadra Entertainment
Format: 
35 mm
Farbe

Ein Film, der sich traut, anders zu sein, der unterspielt, was andere übertreiben, der irritiert, wo andere nur noch beschwichtigen: New Rose Hotel führt in eine fremde, seltsam schöne Welt, in ein Amerika der anonymen Bars, der marmornen Hotelfluchten und digitalen Überwachungsbilder- und in eine undurchdringliche Intrige, die ein Mädchen und drei Männer miteinander in Verbindung bringt. Das Mädchen soll einen Wissenschaftler verführen, um ihn der Familie und Arbeitgeber zu entfremden. Die Sache geht unerklärlich schief: Die junge Frau verschwindet spurlos, hinterlässt eine Seuche, tote Drahtzieher und ein Mysterium, das X, einer der drei Männer, nicht lösen kann. Er bleibt einsam, einem Phantom verfallen, in dem offenen Geheimnis wie in einer Endlosschleife hängen. Ferrara konstruiert sein New Rose Hotel aus einer Serie weicher Überblendungen, leiser Gitarren und dürrer Triphop-Fragmente. Ein Stimmungsbild, das - nahe an den Strategien des Avantgardefilms - seine Stories nur noch andeutet, das Ungeheuerliche anreißt, aber nie konkretisiert. Wenn es einen Weg gibt, das Auratische des Film noir für das Kino der Gegenwart ästhetisch weiterzuentwickeln, dann kennt Ferrara diesen Weg. In seinem New Rose Hotel wird sichtbar, worauf alles Kino, das sich sinnlich nennt, zusteuert: das Ineinanderfließen von Farben und Tönen, von Gesichtern und Geschichten, bis eins vom anderen nicht mehr zu trennen ist. (Stefan Grissemann)

Weitgehend als Kammerspiel inszeniert Ferrara eine Geschichte, die per Genrekonvention eigentlich ein Feuerwerk an Digitaltechnik erforderte. Ihm geht es nicht um die Computerfreaks, die einen Genforscher ausschalten wollen. Er sucht Blicke, Berührungen und Emotionen, die unter virtuellen Kicks fast schon erfroren sind. (Claus Philipp)