BASHIR

V'98

BASHIR

Ahmad Ramezanzadeh
Iran, 1997
Spielfilme, 65min,

BASHIR

Ahmad Ramezanzadeh
Iran, 1997
Spielfilme, 65min,

Mit: 
Morteza Karim
Shokrali Azadi
Hojatollah Torabian
Drehbuch: 
Linda Moshrefi
Ahmad Ramezanzadeh nach einer Geschichte von M.J. Jozani
Ton: 
H. Taghavi Khangah
Gholam Nassiri
Kamera: 
Shahram Deyhimi
Schnitt: 
Parichehr Momtahen
Musik: 
Khalil Alinejad

Produktion: 
IRIB
Weltvertrieb: 
Cima Media International
Format: 
16 mm
Farbe

Sehr zum Missvergnügen seiner Mutter treibt sich der junge Bashir, der in einem Dorf im tiefsten Süden des Irans lebt, mit einer Bande von Schmugglern herum. Eines Tages lernt er einen kurdischen Tanbur-Musiker kennen, der den Jahrestag des Todes seiner Frau beklagt. Fasziniert von der Melodie, setzt Bashir alles daran, sich mit dem Kurden anzufreunden, in der Hoffnung, dieses exotische Instrument zu erlernen. Er muss jedoch sehr bald feststellen, dass es dabei auf mehr ankommt, als nur die richtigen Noten zu spielen.

Bashir ist in vieler Hinsicht ein bemerkenswerter Film, selbst unter den vielen bemerkenswerten iranischen Filmen der letzten Jahre. Das beginnt schon mit dem Schauplatz: Im sonnenverbrannten Süden des Iran, von wo auch eine der berühmtesten iranischen Filmfiguren, Bahram Beyzais Bashu, stammt, ist das Leben vor allem von der Sonne, vom Meer, vom Fischfang bestimmt, nicht zuletzt aber auch vom Schmuggel aus den Vereinigten Arabischen Emiraten. Dort lebt Bashir, ein ganz und gar einfacher Junge, mit seiner Mutter. Er ist in einem Alter, in dem das Nichtstun, das Herumhängen und Herumtreiben, am meisten Spaß macht. Seine "Karriere" als Kleinkrimineller scheint vorgezeichnet, der Dorfpolizist hat ihn schon im Visier. Dass Bashir im Laufe der bloß 65 Minuten, die der Film dauert, den "Sinn des Lebens", wenn man so will, findet, hat nichts Pädagogisches und schon gar nichts Aufgesetztes. Mit verblüffend leichter Hand setzt der Regiedebütant Ahmad Ramezanzadeh die zunächst zögernde, aber stetig wachsende Freundschaft zwischen den beiden gesellschaftlichen Außenseitern, dem kurdischen Musiker (gezeichnet vom Giftgaskrieg zwischen dem Irak und dem Iran, ein Anklang an eine Zeit, die im iranischen Kino nur selten thematisiert wird) und dem jungen Herumtreiber, in Szene. Die Ökonomie, die er dabei walten lässt, geht jedoch nicht auf Kosten der tiefen Emotionalität, die der Film ausstrahlt und die sich aus der Liebe des Regisseurs zu dem Landstrich, seinen Leuten und zur "exotischen" Musik des Kurden speist. (Robert Köhler)