V’18: OCTOBER 25 – NOVEMBER 8, 2018

Programmvorschau

HAUPTPROGRAMM DER VIENNALE 2017

Mit unseren etwa 200 aktuellen Filmen zeigen wir einen differenzierten, weltumspannenden, aber naturgemäß nur kleinen Ausschnitt aus dem Filmschaffen dieses Jahres. Aber wie die verstreuten Blumen einer Wiese bestimmen, wie die Wiese empfunden wird, soll unsere Auswahl den Blick des Publikums für die Vielfalt des filmischen Schaffens empfänglich machen.

Es ist Tradition in diesem Heft, aus der Fülle des Programmes einzelne Filme herauszugreifen. Es seien hier also ein paar Titel angeführt, die die Bandbreite des Programmes verdeutlichen. Alles schöne, kluge Arbeiten, auf die einzulassen sich lohnt: ESTIU 1993 von Carlá Simon (Spanien), 3/4 von Ilian Metev (Bulgarien), ARÁBIA von Affonso Uchoa und João Dumans (Brasilien), MILLA von Valerie Massadian (Frankreich), FÉLICITÉ von Alain Gomis (Senegal), NELYUBOV von Andrey Zvyagintsev (Russland), GEU-HU von Hong Sangsoo (Südkorea). Während die Spielfilme eher individuelle und innerfamiliäre Themen behandeln, beziehen sich die Dokumentarfilme mehr auf kommunale und überregionale Probleme. Beispielhaft seien hier genannt WEST OF THE JORDAN RIVER von Amos Gitai, BRIMSTONE AND GLORY von Viktor Jakovleski über die Feuerwerk-Industrie des mexikanischen Tultepec, DENK ICH AN DEUTSCHLAND IN DER NACHT von Romuald Karmakar und THE FORCE von Peter Nicks über das berühmt berüchtigte Oakland Police Department.

Außerdem darf man mit der Nennung von ein paar Filmen wohl erwähnen, dass der Stellenwert der Viennale offenbar so groß ist, dass Filme gesichtet und gesichert werden konnten, noch bevor sie offiziell in die Auswahl für die Filmfestspiele Venedig aufgenommen worden waren. Es sind dies so unterschiedliche Werke wie die kurzweilige dreistündige Dokumentation von Frederick Wiseman EX LIBRIS - NEW YORK PUBLIC LIBRARY, der als Thriller getarnte SANDOME NO SATSUJIN - THE THIRD MURDER von Hirokazu Koreeda über den staatlichen Mord Todesstrafe, der feinfühlige Film HANNAH von Andrea Pallaoro mit einer überwältigenden Charlotte Rampling, der Film LA NUIT OU J'AI NAGÉ von Damien Manivel und Kohei Igarashi, sowie THREE BILLBOARDS OUTSIDE EBBING, MISSOURI von Martin McDonagh mit der großartigen Frances McDormand.

Das österreichische Filmschaffen ist in diesem Jahr vertreten mit Barbara Alberts LICHT, der auf Alissa Walsers Roman "Am Anfang war die Nacht Musik" basiert, dem 90-Minuten-Experiment ★ des schon mehrmals bei der Viennale ausgezeichneten Johann Lurf, und mit dem sehr feinen und beim Filmfestival Locarno begeistert aufgenommenen ABSCHIED VON DEN ELTERN von Astrid Johanna Ofner nach der gleichnamigen Erzählung von Peter Weiss. Und dann integrieren wir in diesen Bereich auch noch kühn HELLE NÄCHTE (Deutschland, Norwegen), dessen österreichischer Hauptdarsteller Georg Friedrich bei der diesjährigen Berlinale mit dem Silbernen Bären als bester Darsteller ausgezeichnet wurde, sowie Ali Soozandehs TEHERAN TABU mit der Beteiligung von Coop99 und ORF und mehrerer österreichischer Förderinstitutionen.

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