FILMTIPPS FÜR MONTAG UND DIENSTAG

Die laufende Woche ist voll mit grandiosen Filmen, Gästen und Premieren. Wir haben wieder im Programm gestöbert und eine kleine Übersicht mit Empfehlungen für Montag und Dienstag zusammengestellt:

VOSKHOZHDENIYE (THE ASCENT)
UdSSR 1976, 110 Min, OmeU, R: Larisa Shepitko
Mit: Boris Plotnikow, Wladimir Gostjukhin, Ljudmila Poljakowa
Programmschiene: NEWS FROM THE ARCHIVE
In einer erbarmungslosen Schneewüste entfaltet sich ein archaisches Drama um Verrat und Schuld. Zwei russische Partisanen im Zweiten Weltkrieg werden von den Deutschen gefangen genommen.
29. 10., 13 h, Gartenbaukino
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DIAMANTINO
P/F/Brasilien 2018, 92 Min, OmeU, R: Gabriel Abrantes, Daniel Schmidt,
Mit: Carloto Cotta, Cleo Tavares, Anabela Moreira
Statt des Balls klebt dem mehrfachen Weltfussballer mit dem theatralischen Talent plötzlich nur noch die sprichwörtliche Scheiße am Fuss. Fantastisch, satirisch und spielerisch nimmt DIAMANTINO Glanz und Elend eines Berufsstandes aufs Korn, in dem das Lächerliche und das Erhabene eng beieinander liegen.
In Anwesenheit von Daniel Schmidt.
29. 10., 20.30 h, Gartenbaukino • 30. 10., 18.30 h, Urania
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MEETING GORBACHEV
GB/USA/D 2018, 92 Min, OmeU
R: Werner Herzog, André Singer
Mit: Michail Gorbatschow, Werner Herzog, Miklós Németh
Ohne das Wirken Michail Gorbatschows gäbe es keine globalisierte Welt, in der der Turbokapitalismus fröhliche Urständ’ feiert. Ist dies eine zu steile These? Werner Herzog, Spezialist für seltsame Fragen, fühlt dem Architekten von Glasnost und Perestroika auf den Zahn. Eine Begegnung der Sonderklasse mit Erkenntnisgewinngarantie.
30. 10., 18 h, Gartenbaukino • 3. 11., 16 h, Urania
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WHAT YOU GONNA DO WHEN THE WORLD’S ON FIRE?
I/USA/F 2018, 123 Min, eOF, R: Roberto Minervini,
Mit: Kevin Goodman, Dorothy Hill, Ashlei King
In Focus: ROBERTO MINERVINI
Da Minervini ohne festgelegtes Drehbuch arbeitet, ist er von seinem ursprünglichen Projekt abgewichen: Statt einen Film über die Musik der 1930er Jahre in Louisiana zu drehen, macht er aus aktuellem Anlass – der Tötung von Alton Sterling durch die Polizei in Baton Rouge (einem der Drehorte) – die Lage der Afroamerikaner zum Kern seiner Arbeit. Etwas Musik ist jedoch geblieben und auch der Titel geht auf einen alten Spiritual zurück; und der 14-jährige Ronaldo bereitet seinen neunjährigen Bruder Titus auf sein brenzliges Leben vor, inklusive Boxunterricht und Rassenlehre (ein Unterrichtsgegenstand, der in den USA nach über 250 Jahren noch immer im „Lehrplan“ steht). (Ferdinand Keller)
In Anwesenheit von Roberto Minervini und Paolo Benzi.
30. 10., 20 h, Gartenbaukino • 1. 11., 15.30 h, Filmmuseum (Resttickets)
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HABEAS CORPUS
Argentinien 1986, 59 Min, OmeU, R: Jorge Acha
Mit: Jorge Díez, Luis Nieto, Óscar Bernales
In Focus: JORGE ACHA
Achas experimenteller Film spielt vor dem historischen Hintergrund des Papstbesuches im Argentinien der Militärdiktatur, mit dem General Videla sich reinzuwaschen versuchte. Der Filmemacher zeigt vier Tage im Leben eines politischen Gefangenen
und entfesselt eine assoziative Bilderflut: eine nackte Glühbirne, Bodybuilder, industrielle Stadtlandschaften und immer wieder Sequenzen von zwei Männern, die sich am Strand amüsieren. Die Motive wiederholen sich und formen repetitive Muster, deren Insistenz schließlich beinahe unerträglich wird.
29. 10., 18 h, Stadtkino im Künstlerhaus
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PUL-LIP-DEUL (GRASS)
Südkorea 2017, 66 Min, OmeU, R: Hong Sangsoo
Mit: Kim Minhee, Ki Joobong, Kim Saebyuk
Hong Sangsoo erforscht in seinen Filmen die Themen Reiswein-Rausch, soziale Scham und die Dynamik des Vorwurfs – mit serieller Lust an der tragikomischen Variation. Schauplatz von PUL-LIP-DEUL ist ein kleines Café. Der Reigen der leicht eskalierenden Begegnungen beginnt und endet mit einer emotional-instabilen Autorin, die den Gästen des Cafés Geschichten ablauscht. Eine schwarzweiße Fiktion, die wie ein Tagebuch anmutet.
29. 10., 20.30 h, Stadtkino im Künstlerhaus • 6. 11., 13.30 h, Urania
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I DIARI DI ANGELA – NOI DUE CINEASTI
I 2018, 125 Min, OmeU, R: Yervant Gianikian, Angela Ricci Lucchi
Mit: Yervant GianikianAngela Ricci Lucchi
Sie haben mit ihrem Werk gegen das Vergessen angekämpft: Auf zahlreichen Reisen haben sie in Archiven Material gesammelt, das sie mittels sorgfältiger Restauration und in handwerklicher Verarbeitung zu historiografischen Kritiken an der Brutalität des 20. Jahrhunderts verdichteten. Damit Angela nach ihrem Tod im Februar ebenso wenig dem Vergessen anheimfällt, macht nun ihr Arbeits und Lebensgefährte Yervant in diesem anrührenden Film das gemeinsame Privatarchiv zugänglich: ihre Tagebücher, Aquarelle und Fotos – und natürlich all die Filme, die die beiden Cineasten in ihrem Alltag – auch voneinander – gedreht haben.
In Anwesenheit von Yervant Gianikian.
28. 10., 20.30 h, Metro, Eric Pleskow Saal • 29. 10., 18 h, Filmmuseum
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THE LEOPARD MAN
USA 1943, 66 Min, OF, R: Jacques Tourneur
Mit: Dennis O’Keefe, Jean Brooks
Retrospective THE B-FILM
Die dritte und letzte Zusammenarbeit des Franzosen Jacques Tourneur mit dem ukrainischen „Sultan of Shudders“ Val Lewton, alias Vladimir Ivan Leventon, einem gebildeten, hochsensiblen (also fast erfunden anmutenden) Hollywood-Produzenten, der ins Gewebe seiner mit minimalistischem Budget gefertigten Horror-Thriller stets die nachtdunkle Materie der Fantasie und die Silberfäden des Poetischen eingewoben wissen wollte. In THE LEOPARD MAN ist der Horror blank und kalt: Tötungen, Zerfleischungen geschehen, und es bleibt ungewiss, ob hinter ihnen der Reißzahn des entsprungenen Zirkus-Leoparden oder die Abart eines Mörders steht.
29. 10., 21 h, Filmmuseum • 14. 11., 18.30 h, Filmmuseum
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DIE GEZEICHNETEN (LOVE ONE ANOTHER)
D 1921, 105 Min, stumm (d/eZT), R: Carl Theodor Dreyer
Mit: Adele Reuter Eichberg, Wladimir Gajdarow, Sylvia Torff
Special Program: SURVIVING IMAGES
Basierend auf Aage Madelungs Roman aus dem Jahr 1913 lässt Dreyer den Vorabend der ersten Revolution und das zaristische Russland in und um Berlin wiederaufleben. Der Umbruch kündigt sich bereits an, aber noch sitzen die Ressentiments gegen die jüdische Bevölkerung tief. Die junge Jüdin Hanna-Liebe verlässt ihr Heimatdorf, um bei ihrem Bruder in St. Petersburg unterzukommen. Sie trifft ihren alten Freund Sascha wieder, der sich inzwischen einer revolutionären Gruppe angeschlossen hat, in der auch ein undurchsichtiger Spion sein böses Spiel treibt. Schon bald finden sich Hanna-Liebe und Sascha inmitten gewaltsamer Ausschreitungen wieder …
Musik: ZSAMM
29. 10., 18.45 h, Metro, Historischer Saal
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