In Focus: Roberto Minervini

 

Roberto Minervini, 1970 im italienischen Fermo geboren, ist ein eigenwilliger Filmemacher, der an den sogenannten „Erniedrigten und Beleidigten“ interessiert ist. Zwar wird er mitunter als Dokumentarfilmer bezeichnet, sprengt in seinen Arbeiten aber die konventionellen Kategorien und vermittelt darin oft mehr politische Erkenntnis als ein geschwätziger Leitartikel. Konsequent realisiert Minervini seine Projekte mit winzigem Budget, kaum öffentlicher Förderung und LaiendarstellerInnen. Die braucht es auch, um seinen Filmen ihre Wahrheit zu verleihen. In langen Drehzeiten, in denen er bis zu 100 Stunden Material anhäuft, gewinnt der Filmemacher das Vertrauen und die Freundschaft der Menschen. So wird es ihm möglich, mit der Kamera nahe an sie heranzugehen und Szenen von ergreifender Authentizität zu schaffen, wie das aktuelle Kino sie selten bietet. Verschiedene Gesichter kehren innerhalb der Texas-Trilogie – THE PASSAGE, LOW TIDE und STOP THE POUNDING HEART – immer wieder, von deeditnen einige auch in dem 2015 in Louisiana entstandenen THE OTHER SIDE auftauchen. Gleichfalls in Louisiana drehte Minervini seinen jüngsten Film, WHAT YOU GONNA DO WHEN THE WORLD’S ON FIRE?, der im Wettbewerb der diesjährigen Filmfestspiele in Venedig uraufgeführt wurde. Und nun bietet sich erstmals in Wien die Chance, diesen außergewöhnlichen und ausdrucksstarken Filmemacher kennen zu lernen, dessen Werk längst schon ein breiteres Publikum verdient hat. 

In Anwesenheit von Roberto Minervini.