In unseren VIENNALE DAILIES werden Sie täglich zum Geschehen rund um das Festival informiert!
I’ve been changed watching films or reading books or hearing music, and that helps you to live your life.
Juliette Binoche
FILMTIPPS FÜR HEUTE
MEMORY
R: Vladlena Sandu
Frankreich, Niederlande 2025 | 98 Minuten | russOmeU
Dienstag, 21. Oktober, 16.00 Uhr: METRO, HISTORISCHER SAAL
Mittwoch, 22. Oktober, 13.00 Uhr: FILMMUSEUM
Vladlena Sandu wurde auf der Krim geboren. Mit sechs Jahren kam sie nach Grosny, um dort bei den Großeltern aufzuwachsen. Der Opa kam mit dem Ende der Sowjetunion nicht klar und jagte das Mädchen mit der Axt. Dann kamen die Tschetschenienkriege. In einem fesselnden Hybrid aus Dokumentarfilm und Erinnerungscollage bastelt Sandu das Schreckliche in Puppenstuben nach, lässt ihr gespieltes Ich mit Fotofiguren auftreten. In hypnotischem Ton erzählt sie ihr Erlebtes nach, eingeleitet von Dr. Albans Gassenhauer „It’s My Life“ – ein Paradschanow und KING KONG zitierender Essay über transgenerationale Traumata und das Leiden von Kindern im Krieg. (Gian-Philip Andreas)
In Anwesenheit von Vladlena Sandu.
LE DOUBLE AMOUR
R: Jean Epstein
Frankreich 1925 | 104 Minuten | fZTmeU
Dienstag, 21. Oktober, 19.00 Uhr: FILMMUSEUM
Montag, 24. Oktober, 18.00 Uhr: FILMMUSEUM
Eine Gräfin verliebt sich in einen Spieler, mit tragischen Folgen: Selbstmorddrohungen, Verlust (und Wiedergewinn) eines Vermögens und weitere Skandale … Ein relativ konventionelles, ganz auf die Hauptdarstellerin zugeschnittenes Melodram: Ausdrucksstark spielt Lissenko die Aristokratin, Mutter und Gattin, die von den Männern im Rhythmus ihrer Ausbrüche umkreist wird. Ein Film über eine Welt, in der Verstellung und Extravaganz, Spielsucht und Eleganz dominieren. Die Kameraarbeit ist präzise und die Lichtführung in den (vor allem in Cannes gedrehten) Außenszenen sowie die Montage-Effekte nehmen das künftige poetische Werk Epsteins vorweg. (Emilie Cauquy)
Mit Live-Musik-Begleitung von Elaine Brennan.
Una pelicula de miedo
R: Sergio Oksman
Spanien, Portugal 2025 | 72 Minuten | OmeU
Dienstag, 21. Oktober, 21.15 Uhr: URANIA
Mittwoch, 22. Oktober, 13.30 Uhr: METRO, HISTORISCHER SAAL
Von einem, der auszog, das Fürchten zu lernen – doch der 12-jährige Nuno fürchtet sich nicht; obwohl der Vater mit ihm in einem verlassenen Lissaboner Hotel Ferien macht, in dem es sogar ein verbotenes Zimmer gibt. Ganz wie in SHINING; aber auch diesen Horror-Meilenstein findet Nuno nicht gruslig. Der Vater dreht darüber einen Dokumentarfilm, der nicht nur deswegen mit einer Meta-Ebene aufwartet, weil Oksman Dokumentarfilmemacher ist und Nuno sein Sohn. Eine weitere Ebene tut sich über den Schädel des berüchtigten „Aquädukt-Mörders“ Diogo Alves auf, Gegenstand des ersten portugiesischen Films. Nuno schaut zumindest interessiert. (Alexandra Seitz)
In Anwesenheit von Sergio Oksman.
PROGRAMMTIPP
Morgen startet die MONOGRAFIE: ANGELA SUMMEREDER.
Das komplette Programm finden Sie HIER.
Mehr zur Monografie können Sie HIER nachlesen.
Gerade einmal 23 Jahre ist Angela Summereder, als sie 1981 mit ihrem Debüt ZECHMEISTER den österreichischen Film aufrüttelt. Indem sie die Grenzen zwischen Dokumentation, Essay und Fiktion sprengt, verweigert sie sich konventionellen Erzählmustern. Aus feministischer Perspektive rebelliert sie gegen chauvinistische Positionen ebenso wie gegen die eingefahrenen Strukturen der heimischen Produktionslandschaft und gilt zu Beginn des staatlichen Förderwesens als Zukunftshoffnung. Dann aber steckt sie die Karriere zugunsten von Kindern und Familie zurück – eine „typische“ Frauenbiografie. Es dauert 25 Jahre, bis sie 2006 mit VERMISCHTE NACHRICHTEN wieder einen Langfilm realisiert: Ein erstes Zurückfinden ins Medium, mit wenig Geld gedreht, über die Straße und die Menschen zwischen Ort und Ried im Innkreis, wo sie 1958 geboren wurde. Ob Langzeitarbeitslose in Schulungen (JOBCENTER, 2009), Fantasten und Scharlatane (AUS DEM NICHTS, 2015) oder der berühmte Verweigerer aus Herman Melvilles Feder in ihrem aktuellen Werk B WIE BARTLEBY, das auf der Viennale Österreichpremiere feiert, immer wieder befasst sich Summereder in ihren Filme mit den Positionen von Außenseitern. Ihnen begegnet sie mit einer besonderen Mischung aus Neugierde, Empathie und Experimentierfreude. Mit jeder Arbeit sucht sie aufs Neue einen eigenen Ausdruck und lädt ein, zu schauen, zu horchen, das Ungewohnte zu entdecken – und zu staunen. Das Filmarchiv Austria präsentiert neue Restaurierungen von ZECHMEISTER und dem gemeinsam mit Bady Minck realisierten Kurzfilm BLUT IN DER SPUR sowie die Langfilme Summereders.
In Anwesenheit von Angela Summereder.
Ein Programm des Filmarchiv Austria.
EINIGE UNSERER HEUTIGEN GÄSTE
Juliette Binoche
Regisseurin & Schauspielerin
In-I In Motion
Angela Summereder
Regisseurin von
B wie BARTLEBY
MONGRAFIE: ANGELA SUMMEREDER
Lucrecia Martel
Regisseurin von
Nuestra tierra
Murat Fıratoğlu
Regisseur von
Hemme'nin öldüğü günlerden biri
Lilith Grasmug
Regisseurin von
SOME OF YOU FUCKED EVA