SIX O'CLOCK NEWS

V'97

SIX O'CLOCK NEWS

Ross McElwee
USA, 1996
Dokumentarfilme, 103min, OF

SIX O'CLOCK NEWS

Ross McElwee
USA, 1996
Dokumentarfilme, 103min, OF

Drehbuch: 
Ross McElwee
Ton: 
Ross McElwee
Victoria Garvin Davis
Richard Bock
Kamera: 
Ross McElwee
Schnitt: 
Ross McElwee

Produktion: 
McElwee Production
Weltvertrieb: 
Jane Balfour Films Ltd.
Format: 
35 mm
Farbe

Weil er kürzlich zum ersten Mal Vater geworden ist, beginnt sich der Filmemacher Ross McElwee Sorgen zu machen, wie er seine Familie damit ernähren soll, Dokumentarfilme zu machen - einem höchst unsicheren Beruf. Durch die Gegenwart des Kindes ist er gezwungen, mehr zu Hause zu bleiben, und unausweichlich sieht er auch mehr fern, vor allem die Abendnachrichten. Was er da zu sehen bekommt, beunruhigt ihn außerordentlich. Das reale Leben, so scheint es, ist eine Kette von Katastrophen und Gefahren. Der Zustand der Welt, und vor allem der Vereinigten Staaten, scheint bedrohlich und surreal. Kann das wirklich das Land sein, in dem er seinen Sohn großziehen will? Die Nachrichten scheinen die schlimmsten Aspekte des Lebens - nicht nur - in Amerika aufzuzeigen: die "kleinen Geschichten" über Zwischenfälle und Desaster, Morde, Brände, Fahrerflucht, Tornados, Überschwemmungen - jenes biblische Ausmaß der Verwüstung, das Abend für Abend über den Schirm flimmert. Überzeugt, daß er nicht weiter als Dokumentarfilmer arbeiten kann, weil er zu wenig dabei verdient, geht er nach Hollywood, dorthin, wo - wie man ihn beständig erinnert - "richtige Filme" gemacht werden. Aber die allabendlichen Erzählungen vom "wirklichen Leben" halten ihn weiter in Atem, und schließlich verspürt er den Wunsch, mehr über die Leute zu erfahren, deren Schicksal er für ein paar Sekunden in den "Six O'Clock News" mitverfolgt hat. Er unternimmt eine Reise durch Amerika.

Wie wir aus seinen früheren Filmen wissen, hat McElwee eine unwahrscheinliche Gabe, sich in anderer Leute Leben hineinzufühlen und blitzschnell unter die Oberfläche vorzudringen. Diese Leute sind für ihn keine Zahlen in einer Statistik; im Gegenteil: Die Geschichten dieser Menschen sind für ihn ebenso wichtig und bewegend wie seine eigenen. (Lisa Viola)