PERFECT DAY

V'05

A PERFECT DAY

Joana Hadjithomas, Khalil Joreige
F/Libanon, 2005
Spielfilme, 88min, OmeU

A PERFECT DAY

Joana Hadjithomas, Khalil Joreige
F/Libanon, 2005
Spielfilme, 88min, OmeU

Mit: 
Ziad Saad
Malek
Julia Kassar
Claudia
Alexandra Kahwagi
Zeina
Drehbuch: 
Khalil Joreige
Joana Hadjithomas
Ton: 
Guillaume Lebraz
Kamera: 
Jeanne Lapoirie
Schnitt: 
Tina Baz
Musik: 
Scrambled Eggs
Ausstattung: 
Sophie Khayat

Produktion: 
Mille et une Productions 48 rue de Paradis 75010 Paris, Frankreich T 1 47 70 44 70 milleetune@free.fr
Weltvertrieb: 
Celluloid Dreams 2 rue Turgot 75009 Paris, Frankreich T 1 49 70 03 70, info@celluloid-dreams.com
Format: 
35 mm
Farbe

Der 25-jährige Malek lebt mit seiner Mutter Claudia in Beirut. Beide trauern noch immer um den Vater und Ehemann, der vor fünfzehn Jahren während des Libanonkriegs verschollen ist. Mit ihrer Fürsorglichkeit erstickt Claudia Malek ihr einziges Kind beinahe. Obwohl die Chancen auf eine Rückkehr ihres Mannes verschwindend gering sind, mag Claudia sich damit nicht abfinden. Malek möchte wohl die Trauer um den Vater beenden, verweigert sich jedoch einer anderen Realität: Seine Freundin hat ihn verlassen, er aber kann die Trennung nicht akzeptieren und hört nicht auf, sie zu bedrängen. Damit nicht genug, leidet er seit kurzem unter Narkolepsie. Mutter und Sohn stecken in ihrem Alltag fest und haben nicht die Kraft, sich daraus zu befreien. Zukunftsangst, Verständigungsschwierigkeiten, Orientierungslosigkeit im Leben und in der Liebe A Perfect Day überführt diese allgegenwärtigen Phänomene in eine uns fremde Wirklichkeit, indem er das vertraute Kinogefühl des Driftens, der Suche nach Zugehörigkeit und Identität, als Eintrittsschleuse in eine immer noch vom Bürgerkrieg zerrüttete Stadt nutzt. Die Kamera begleitet einen jungen Mann auf seinen Fahrten durch das wiederaufgebaute Beirut, und Joana Hadjithomas und Khalil Joreige erzählen vom Liebeskummer eines jungen Mannes, von alten Männern, denen nichts mehr bleibt als auf der Straße eine Zigarette zu schnorren, von Bürgerkriegsleichen, die auf Baustellen gefunden werden. Und von der Mutter des Helden, die immer noch auf ihren Mann wartet, der wie 17.000 andere Männer während des Krieges einfach verschwand. (Anke Leweke)