V’18: OCTOBER 25 – NOVEMBER 8, 2018

ENFANT

V' 05

L' ENFANT

KIND, DAS

Jean-Pierre Dardenne, Luc Dardenne
B/F, 2005
Spielfilme, 100min, OmdU

L' ENFANT

Jean-Pierre Dardenne, Luc Dardenne
B/F, 2005
Spielfilme, 100min, OmdU

Darsteller: 
Jérémie Renier
Bruno
Déborah Francois
Sonia
Jérémie Segard
Steve
Fabrizio Rongione
junger Ganove
Olivier Gourmet
Zivilpolizist
Stéphane Bissot
Hehlerin
Mireille Bailly
Brunos Mutter
Drehbuch: 
Jean-Pierre Und Luc Dardenne
Ton: 
Benoit de Clerck
Kamera: 
Alain Marcoen
Schnitt: 
Marie-Hélène Dozo
Ausstattung: 
Igor Gabriel
Kostüm: 
Monic Parelle

Produktion: 
Les Films du Fleuve 13 quai de Gaulle 4020 Liège, Belgien T 4 349 56 90 jf.tefnin@lesfilmsdufleuve.be
Weltvertrieb: 
Celluloid Dreams 2 rue Turgot 75009 Paris, Frankreich T 1 49 70 03 70 info@celluloid-dreams.com
Verleih in Österreich: 
Filmladen Mariahilfer Straße 58/7 1070 Wien T 1 523 43 62 0 office@filmladen.at
Format: 
35 mm
Farbe

Bei den Dreharbeiten zu ihrem vorangegangenen Film Le Fils fiel den Brüdern Dardenne ein junges Mädchen mit einem Kinderwagen auf, in dem ein Neugeborenes schlief. Aus der Frage heraus, wer wohl der Vater des Kindes sein mochte, entstand die Idee für die zentrale Figur in L Enfant Bruno, einen jungen, unbekümmerten Mann ohne Einkommen, der von gelegentlichem Schwarzhandel lebt und nicht viel Aufhebens um seine neue Rolle als Vater macht. Hinter dem Rücken seiner Freundin Sonia beschließt er, das Kind zu verkaufen. Bruno kann alles in Geld verwandeln: eine geklaute Digitalkamera, seinen Hut, die Wohnung der jungen Mutter, während diese im Krankenhaus ist. Als ihm ein Angebot für das Neugeborene unterbreitet wird, sagt er nicht Nein. Er bettet den Säugling in einer leer stehenden Wohnung auf seine Jacke und lehnt sich im Nebenzimmer an die Wand. Als sein Mobiltelefon einmal läutet, geht er ins andere Zimmer und sammelt die Scheine ein man hat noch nicht begriffen, was er tut, da ist es schon geschehen. «Ich dachte, wir könnten einfach noch ein Kind machen», sagt er später zu seiner Freundin. Nicht mal eine Ausrede glaubt er erfinden zu müssen. Die Dardennes inszenieren dies, ohne dass sie ihr Publikum zu einer Emotion zwängen; sie zeigen, was geschieht, und verzichten auf zusätzliche Emphase. Dabei bleiben sie der dynamischen Kameraarbeit der Vorgängerfilme treu, die Figuren sind fast immer in Bewegung, auf der Flucht, stets gehen sie eine Spur zu eilig durch die Straßen. Dass sie nur entkommen können, indem sie innehalten, müssen sie in einem schmerzhaften Prozess begreifen lernen. (Cristina Nord)

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