VIENNA INTERNATIONAL FILM FESTIVAL: OCTOBER 25 – NOVEMBER 8, 2018

HANDBIKEMOVIE

V' 03

HANDBIKEMOVIE

Martin Bruch
A, 2003
Dokumentarfilme, 99min, OmeU

HANDBIKEMOVIE

Martin Bruch
A, 2003
Dokumentarfilme, 99min, OmeU

Drehbuch: 
Martin Bruch
Reinhilde Condin
Ton: 
Martin Bruch (Originalon)
Torsten Heinemann (Sound Design)
Kamera: 
Martin Bruch
Schnitt: 
Mona Willi
Musik: 
Karl Ritter
Otto Lechner
Wolfgang Mitterer
Werner Puntigam
Peter Kaizar
Andy Leikauf
Ronald Kodritsch
Vincenz Witzelsberger. u. a.

Produktion: 
Satel Film Wiedner Hauptstraße 68 1040 Wien, T 1 588 72 20 105 krejci@satel.at
Weltvertrieb: 
Martin Bruch Margaretenstraße 108/1/15 1050 Wien T 1 813 08 48 23
Format: 
Video (Digi Beta)
Farbe

Seit 1992, als bei ihm Multiple Sklerose diagnostiziert wurde, bewegt sich Martin Bruch mit Hilfsmitteln fort. Anfangs auf einem Tretroller, nun, wo dies nicht mehr möglich ist, vorwiegend mit dem handpedalgetriebenen Handbike. Zwischen Dezember 2001 und Dezember 2002 filmte er seine Fahrten durch Städte und über Land mit einer Helmkamera, deren Bilder und Töne zumindest eine Annäherung an seine eigene Wahrnehmung liefern. So befinden sich die Zuschauer seines handbikemovie inmitten eines Staus auf dem New Yorker Times Square, zwischen Straßenbahn- und PKW-Spuren auf der Wiener Ringstraße oder neben einem Doppeldecker im dichten Verkehr von London. Ringsherum vibrieren Motoren, rauschen Reifen auf dem Asphalt. Ein paar Einstellungen weiter steht Bruchs Handbike an einem abschüssigen Rollband, kurbelt los und kriegt gerade vor einer Wand so eben noch die Kurve. Keiner der Wege, die Martin Bruch in seinem handbikemovie nimmt, ist für ihn (das heißt: für sein Fortbewegungsmittel) gemacht. Als Fahrer eines dreirädrigen Handbikes darf er offiziell weder auf Radwegen noch auf Autobahnen unterwegs sein. Indem er diese Wege trotzdem befährt, widersetzt er sich einer, uns mittlerweile selbstverständlich gewordenen Reglementierung des Raums «Nur für Fußgänger!», «Nur für Kraftfahrzeuge!» und macht diese so in ihrer Willkürlichkeit sichtbar. Die Struktur von Bruchs Dokumentarfilm basiert auf Klarheit: 56 Einstellungen, in harten Schnitten aneinandergereiht, verbunden nur durch die leitmotivische Helmkamera-Subjektive und die kurbelnde Vorwärtsbewegung. So gelingt eine konzeptuelle Studie über Dauer, Bewegung, Anstrengung, die zu ihrer Aussage keine «Handlung» im klassischen Sinne nötig hat. (Maya McKechneay)