V’18: OCTOBER 25 – NOVEMBER 8, 2018

AMOUR PAR TERRE

V' 02

L' AMOUR PAR TERRE

Theater der Liebe

Jacques Rivette
F, 1984
122min, OmeU

L' AMOUR PAR TERRE

Jacques Rivette
F, 1984
, 122min, OmeU

Actors: 
Jane Birkin
Emily
Geraldine Chaplin
Charlotte
André Dussollier
Paul
Jean-Pierre Kalfon
Clément Roquemaure
Facundo Bo
Facundo
Laszlo Szabo
Virgil
Sandra Montaigu
Eleonore
Isabelle Linnartz
Béatrice
Eva Roelens
Adriana/Justine

Production: 
La Cécilia (Martine Marignac)
World Sales: 
Distribution in Austria: 
35 mm/Farbe

Ein Schriftsteller lädt zwei Schauspielerinnen in sein Haus ein, um mit ihnen ein neues Theaterstück einzustudieren. Handlung und Figuren des Dramas es geht um Liebe, Eifersucht, große Gefühle werden Wirklichkeit und vermischen sich mit dem Alltag der Künstler, die bald nicht mehr zwischen Dichtung und Wahrheit unterscheiden können. Jacques Rivette, von den Darstellungsformen des Theaters ebenso fasziniert wie von den Illusionsmöglichkeiten des Films, spielt mit den Reizen beider Kunstgattungen. Auf engstem Raum entsteht eine Art cineastisches Kammerspiel, eine facettenreiche, melancholisch-heitere Meditation über die Beziehungen zwischen Männern und Frauen, zugleich aber auch über die Beziehungen zwischen Kunst und Leben. Das Vergnügen, das man bei einem Film von Rivette empfindet, ist das des Spiels. Lamour par terre ist ein wunderbarer Film, weil er diese Freude und dieses Vergnügen zu seinem Thema macht, und vor allem, weil er bis zum Ende einer ebenso theatralischen wie spielerischen Logik vordringt, der Logik eines unentwirrbaren Knotens. Zunächst ist da die magische Formel: «Bisweilen, an einem Sonntagabend » Dann treffen sich, in einem geheimnisvollen Paris in der Abenddämmerung, wie nur Rivette es zu filmen vermag, Leute wie Verschwörer, um bei einem Stück in der Manier der Komödien Labiches in einer großen stillen Wohnung dabei zu sein. Von diesem meisterlichen Prolog an besteht der starke Zauber des Geheimnisses und auch der Komik: eine einzigartige Art und Weise, das «Es war einmal» in die Gegenwart zu übertragen und so nach der Fiktion zu verlangen. Und dieser Ruf trägt uns nicht nur unwiderstehlich mit sich fort, auf seinen Wegen und Umwegen, sondern führt uns an den Ort selbst, an dem die Fiktion sich zusammenbraut, auf die andere Seite der Dekoration, die niemals nur eine andere Dekoration ist. In diesem geheimen, abgeschotteten und ziemlich genau parallelen Universum sind die einzigen Regeln die der Fiktion, die die Figuren sich selbst vorspielen. Deswegen glaubt man daran, denn die Fiktion, das Spiel, die Komödie werden, wie Kafka sagt, durch ihre systematische Anwendung Realität. Das filmt Rivette. Man geht bei Lamour par terre so sehr mit, weil es ihm hier wie selten zuvor gelungen ist, die Zuschauer in seinen Film einzubeziehen, als Komplizen seines eigenen Spiels. (Marc Chevrie)

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