ZHONGGUO CUNMIN YINGXIANG JIHUA

V'06

ZHONGGUO CUNMIN YINGXIANG JIHUA

CHINA VILLAGE SELF-GOVERNANCE FILM

Project Villagers' Documentary Films
VR China, 2005
Dokumentarfilme, 95min, OmeU

ZHONGGUO CUNMIN YINGXIANG JIHUA

Project Villagers' Documentary Films
VR China, 2005
Dokumentarfilme, 95min, OmeU

Drehbuch: 
Nong Ke
Zhang Huancai
Zhou Cengjia
Shaoyuzhen
Ni Lianghui
Tshe Ring Sqrolma
Jia Zhitan
Fu Jiachong
Wang Wei
Yi Chujian
Kamera: 
Nong Ke
Zhang Huancai
Zhou Cengjia
Shaoyuzhen
Ni Lianghui
Tshe Ring Sqrolma
Jia Zhitan
Fu Jiachong
Wang Wei
Yi Chujian
Schnitt: 
Ma Jun
Zhang Xiaoyan
Li Haihan
Qiu Qian
Yi Chujian
Tshe Ring Sqrolma

Produktion: 
Caochangdi Workstation #105 Caochangdi Chaoyang District, Beijing, China T 10 643 372 43 ccdworkstation@163.com
Weltvertrieb: 
Caochangdi Workstation #105 Caochangdi Chaoyang District, Beijing, China T 10 643 372 43 ccdworkstation@163.com
Format: 
Video (Betacam SP)
Farbe

Im Zuge der Aktivitäten des so genannten «EU-China Training Programme on Village Governance» wurde im September 2005 ein Projekt initiiert, das chinesischen Dorfbewohnern ermöglichen sollte, sich selbst und ihre Lebensumstände in kurzen Filmen zu dokumentieren. Betreut wurde das Projekt von Wu Wenguang, einem der renommiertesten chinesischen Dokumentarfilmer, und seinen Mitarbeitern im Caochangdi Workstation Art Center in Beijing, wo Wu zuvor schon sehr erfolgreich Dances with Farmworkers (2001) inszeniert hatte - eine Performance mit verarmten Bauern, die nach Beijing gekommen waren, um sich als Bauarbeiter zu verdingen. Die Vorgabe lautete «Selbstverwaltung»: Seit etwa zehn Jahren haben die rund 700.000 chinesischen Dörfer die Möglichkeit, ihre Angelegenheiten politischer, sozialer und wirtschaftlicher Natur selbst zu regeln. Nach einer landesweiten Ausschreibung wurden zehn Personen (acht Männer, zwei Frauen) aus den verschiedensten Provinzen ausgewählt und zu einem Workshop nach Beijing eingeladen. Sie lernten den Umgang mit einer DV-Kamera, einem Gerät, das den meisten von ihnen bis dahin völlig unbekannt war, wurden aber auch in Dramaturgie und Erzählstruktur unterrichtet. Als Resultat der ersten Phase - ein weiteres Projekt ist in Vorbereitung - liegen nun diese zehn Kurzfilme vor. Sie dokumentieren, wiewohl thematisch festgelegt, höchst unterschiedliche Zugänge; alle aber berichten vom schwierigen Prozess der Demokratisierung nach Jahrzehnten eines dogmatischen Zentralismus: Alte Positionen und neue Ansätze prallen ungebremst aufeinander, wirtschaftliche Interessen kollidieren mit politischen, persönliche Sympathien überlagern bisweilen die objektiven Vorgänge bei Bürgermeisterwahlen. Zumeist bringen sich die Filmenden selbst ins Geschehen ein - und recht oft müssen sie in ihren jeweiligen Dörfern Rechenschaft ablegen, was sie denn da tun und ob sie überhaupt «fotografieren» könnten. Das sorgt für freiwillige und unfreiwillige Komik, ohne dass die wichtigen Fragen (soziale Unterstützung für die Ärmsten des Dorfes, der Bau einer Straße, eine neue Wasserpumpe, die Schließung eines Steinbruchs usw.) zu kurz kommen. (Andreas Ungerböck)