ZEIT DES ABSCHIEDS

V' 06

ZEIT DES ABSCHIEDS

TIME OF CLOSURE

Mehdi Sahebi
CH, 2006
Dokumentarfilme, 63min, dOmeU

ZEIT DES ABSCHIEDS

Mehdi Sahebi
CH, 2006
Dokumentarfilme, 63min, dOmeU

Drehbuch: 
Mehdi Sahebi
Ton: 
Mehdi Sahebi
Kamera: 
Mehdi Sahebi
Schnitt: 
Aya Domenig
Mehdi Sahebi
Musik: 
Daniel Hobi

Produktion: 
Cineworx Filmproduktion Gerbergasse 30 4001 Basel, Schweiz T 61 261 63 70 info@cineworx.ch
Weltvertrieb: 
Deckert Distribution Peterssteinweg 13 04107 Leipzig, Deutschland T 341 215 66 38 info@deckert-distribution.com
Verleih in Österreich: 
Filmladen Mariahilfer Straße 58/7 1070 Wien T 1 523 43 620 office@filmladen.at
Format: 
Video (Digi Beta)
Farbe

«So, ich bin bereit zu sterben, ich habe alles unterschrieben. Geht's weiter?», fragt Giuseppe Tommasi, von seinen Freunden Giusi genannt, etwas schelmisch. Der Körper des Schwerkranken wird unaufhaltsam vom Krebs zerstört, und Giusi weiß, dass es in Wirklichkeit nicht allzu lange weiter gehen wird. Wenn die medizinische Prognose schon keine Hoffnung lässt, dann soll zumindest ein Weg gefunden werden, der restlichen Zeit einen Sinn abzutrotzen, Bilanz zu ziehen, Erklärungen zu suchen und vielleicht zu finden. Der Film des befreundeten Regisseurs Mehdi Sahebi soll mit dazu beitragen, einen würdevollen Abschiedsbrief zu formulieren. Dicht bleibt die Kamera an Giusi, an den wilden, schwarzen Haaren, an den funkelnden Augen, am Körper, der zunehmend erschöpft ist und Zeugenschaft heutiger Medizin ablegt: Kanülen, Ventile, durch die Medikamente, Schmerzmittel und manchmal Methadon fließen, sind daran befestigt, und die Markierungen des Bestrahlungsteams breiten sich auf der Haut aus wie Skizzen moderner Kunst. Ganz nebenbei legt Zeit des Abschieds die Groteske der lebensverlängernden Heilkunst offen. Stets gelingt der Weg von der Oberfläche in die Tiefe, auch dank der scharfsinnigen, sogar humorvollen Reflexion des Sterbenden. Fast alles wird aus einer Gegenwart ohne Zukunft gewonnen, die manchmal klaustrophobisch und beängstigend ist, dann wieder in ihrer vorgelebten Ungezwungenheit eine Art Katharsis in sich trägt. Er wolle nicht als Junkie sterben, lieber als Vater, allenfalls als Bürger, sagt Giusi. Und am Ende stirbt er, vor der Kamera: als Mensch.