TERRE DES AMES ERRANTES

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LA TERRE DES AMES ERRANTES

LAND OF THE WANDERING SOULS, THE

Rithy Panh
F, 1999
Dokumentarfilme, 98min,

LA TERRE DES AMES ERRANTES

Rithy Panh
F, 1999
Dokumentarfilme, 98min,

Mit: 
Kameramitarbeit
Roeun Narith/Mang Saing
Drehbuch: 
Rithy Panh
Ton: 
Sear Vissal
Roeun Narith
Kamera: 
Prum Mésar
Schnitt: 
Marie-Christine Rougerie
Isabelle Roudy
Musik: 
Marc Marder

Produktion: 
INA
Weltvertrieb: 
INA
Format: 
Video (Betacam SP)
Farbe

1999 finden in ganz Kambodscha, von der thailändischen bis zur vietnamesischen Grenze, die Arbeiten für die Verlegung der ersten Glasfaserkabel in Südostasien statt. So finden viele Kambodschaner zum ersten Mal Arbeit. Männer, Frauen, landlose Bauern, ausgemusterte Soldaten, mittellose Familien heben den Graben für die Einrichtung eines Informations-Highway aus, der den Anschluss des Landes an die Weltwirtschaft sichern soll. Regisseur Rithy Panh folgt einigen dieser Arbeiter, die ihrerseits als Nomaden dem Fortschreiten der Arbeit folgen. Sie werden pro Meter bezahlt und arbeiten pausenlos, Tag und Nacht. Szenen physischer Arbeit wechseln ab mit Gesprächen über den Alltag auf der Baustelle. Wenn Rithy Panh diese alltäglichen Unterhaltungen so aufmerksam filmt, will er damit einem traumatisierten Volk die Möglichkeit geben, sich auszudrücken. Bei den Bauarbeiten werden Granaten, aber auch Skelette ausgegraben; das zwingt die Arbeiter, sich mit ihrer Vergangenheit, ihren Ängsten, ihrer Erinnerung auseinanderzusetzen. Nur dann können sie Trauerarbeit leisten und ihre Identität als Kambodschaner wiederfinden. Unter dem Pol-Pot-Regime, erklärt Panh, wurde man hingerichtet, wenn man traditionelle Liebeslieder sang. Hier singt ein Mann bei der Abendwache: Das Volk erlangt seine Stimme zurück und seine Traditionen, und dieser Prozess der Wiederaneignung fasziniert den Regisseur. Doch das allgemeine Bild bleibt düster. Die Nahrungsbeschaffung ist ein täglicher Kampf. Und wenn ein Ingenieur einem Arbeiter erklärt, welche Vorteile ihm die Verlegung dieser Kabel verspricht, sagt dieser, dass er keine Elektrizität hat. Am Ende wird, wie im 1997 gedrehten Spielfilm Un soir après la guerre, der Verrat in den eigenen Reihen begangen. Der für die Lohnauszahlung verantwortliche Angestellte macht sich mit der Kasse aus dem Staub und lässt seine Gefährten noch ärmer zurück, als sie es am Anfang des Films waren. (Yann-Olivier Wicht)