RED HOLLYWOOD

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RED HOLLYWOOD

Thom Andersen, Noël Burch
USA, 1995
Dokumentarfilme, 118min,

RED HOLLYWOOD

Thom Andersen, Noël Burch
USA, 1995
Dokumentarfilme, 118min,

Mit: 
Paul Jarrico
Ring Lardner jr.
Alfred Lewis Levitt
Mit: 
Recherchekonsulenten
Steve Anderson/Joan Cohen/Michael Friend/Bob Summers
Erzähler
Billy Woodberry
Drehbuch: 
Thom Andersen
Noël Burch
Ton: 
Raegan Kelly
Jean-Claude Raboul
Scott Shelly
Kamera: 
Christophe Bazille
Thor Moser
Schnitt: 
Thor Moser

Produktion: 
Burton/Floyd Inc.
Weltvertrieb: 
Burton/Floyd Inc.
Format: 
Video (Betacam SP)
Farbe und Schwarz/Weiß

Die Opfer der Schwarzen Liste Hollywoods sind als Märtyrer anerkannt. Aber ihre Arbeit in Hollywood wird noch immer weithin verunglimpft oder ignoriert. Red Hollywood nimmt sich dieser Arbeiten an, um zu demonstrieren, wie die Kommunisten in Hollywood es manchmal schafften, ihre Überzeugungen in den Filmen auszudrücken, die sie schrieben und inszenierten. (Thom Andersen, Noël Burch)

Red Hollywood ist ein thesenhafter Dokumentarfilm, dessen Struktur und Inhalt die Genauigkeit, Didaktik und Argumentationsweise einer wissenschaftlichen Arbeit besitzen. Er integriert, um seine Thesen zu untermauern, eine Anthologie von Szenen aus Filmen, die oft verkannt oder gar verachtet und von Kritikern und Cinephilen ignoriert wurden. Der Film verfolgt zwei Ziele: die Rehabilitierung und die Neueinschätzung. Einerseits will er zeigen, dass die Regisseure und Drehbuchautoren, deren Namen auf der Blacklist auftauchten, nicht nur Opfer einer reaktionären und antikommunistischen Hetze waren, sondern auch, dass es ihren Werken nicht an Talent mangelte, auch wenn man ihnen gleichgültig begegnete und noch begegnet; andererseits will er zeigen, dass sich die Formen der Subversion nicht auf eine politische, pazifistische oder anti-nationalsozialistische Rhetorik beschränkten, sondern auch in subtileren sozialen Bereichen auftauchten, z.B. in der Kritik am individualistischen «American Dream» oder in der Vorliebe für kleine Leute und das Alltagsleben. So zeigt Red Hollywood, wie die kommunistischen Drehbuchautoren und Regisseure dazu beitrugen, zahlreiche Tabus zu brechen, die die Ideologie Hollywoods beherrschten. Ein Film wie Salt of the Earth, von Herbert J. Biberman gedreht und von Michael Wilson geschrieben, ist der erste Film, der einen Streik vom Standpunkt der Arbeiter aus zeigt, ihn als gerecht und vernünftig beschreibt und Chicanos als Protagonisten einsetzt. Die Unterdrückung der Klassen, die Emanzipation der Frauen, die Kritik an der Akkumulationslogik des Kapitalismus sind die Themen, die von diesen kommunistischen und sympathisierenden Künstlern hauptsächlich behandelt wurden, während sie unter moralischer und beruflicher Zensur sowie unter den parteiischen und vorschnellen Urteilen des Hollywood-Establishment zu leiden hatten. (Vincent Adatte)