POSLEDNIE KANIKULI

V'97

POSLEDNIE KANIKULI

LAST HOLIDAY

Amir Karakulov
Kasachstan, 1996
Spielfilme, 65min, OmeU

POSLEDNIE KANIKULI

Amir Karakulov
Kasachstan, 1996
Spielfilme, 65min, OmeU

Mit: 
Sanzhar Iskakov
Shalva Gogoladze
Anatoli Gapchuk
Drehbuch: 
Amir Karakulov
Elena Gordejeva
Ton: 
Andrey Vlaznev
Kamera: 
Murat Nugmanov
Schnitt: 
Amir Karakulov
Musik: 
Manas Karakulov
Ausstattung: 
Bopesh Dzhandajev

Produktion: 
Studio "D"
Weltvertrieb: 
Studio "D" Tokyo Office
Format: 
35 mm
Farbe

Mai 1979 in Almaty, Hauptstadt der damaligen Sowjetrepublik Kasachstan. Eine Stimme beschreibt die glücklichen Gesichter der Menschen, die stolz sind, den Fünfjahresplan erfüllt zu haben. Der Zuschauer weiß, dass die Dinge nicht so rosig waren. Ein Jahr später verwickelte sich die Rote Armee in den aussichtslosen Krieg in Afghanistan. Last Holiday erzählt die Geschichte dreier Freunde, durchschnittlicher Jungs, die den Beginn ihrer Ferien feiern. Nach einer Party geraten die Dinge außer Kontrolle: Sie brechen in eine Bar ein und stehlen eine Gitarre. Valera nimmt die Gitarre mit nach Hause, und sein Stiefvater verständigt die Polizei. Die Polizisten halten Valera für das Mitglied einer Bande und behandeln ihn dementsprechend rauh. Karim und Jacob wollen sich an Valeras Stiefvater rächen.

Die Bevölkerung Almatys, bestehend aus einheimischen Mittelasiaten und "importierten" Russen und Juden, spiegelt sich in den Filmen Karakulovs, aber auch in denen seiner Kollegen Shinarbajev und Omirbajev, wider. Der Einfluss des Westens ist groß, aber in kinematographischer Hinsicht ist der Osten immer noch näher. Karakulov filmt in präzise ausgeleuchteten und abgemessenen Einstellungen, oft aus 60cm Höhe, in der "Ozu-Perspektive". Eine Szene beginnt bei ihm erst, wenn die Figuren die letzte Einstellung verlassen haben. Objekte wirken manchmal wie Statisten, wie stumme Zeugen eines Dramas des Erwachsenwerdens. Es ist kein Zufall, dass der Film 1979 spielt: Mit diesem Rückblick bietet Karakulov ein Gegengewicht zu dem Propagandamaterial, an das seine Landsleute in schweren Zeiten wie heute wieder zu glauben beginnen. Er demaskiert das nostalgische "Damals war alles besser"-Gefühl, das viele bekommen könnten, wenn sie die alten Bilder anschauen. (Gerwin Tamsma)