PARALLAX VIEW

V' 03

THE PARALLAX VIEW

Alan J. Pakula
USA, 1974
102min, OF

THE PARALLAX VIEW

Alan J. Pakula
USA, 1974
, 102min, OF

Mit: 
Warren Beatty
Joseph Frady
Paula Prentiss
Lee Carter
Hume Cronyn
Rintels
William Daniels
Austin Tucker
Waler McGinn
Jack
Earl Hindman
Red
Drehbuch: 
David Giler
Lorenzo Semple Jr. nach einem Roman von Loren Singer
Ton: 
Tom Overton
Kamera: 
Gordon Willis
Schnitt: 
John W. Wheeler
Musik: 
Michael Small
Ausstattung: 
George Jenkins
Kostüm: 
Frank L. Thompson

Produktion: 
Paramount Pictures
Weltvertrieb: 
Paramount Classics 5555 Melrose Avenue Hollywood, CA 90038 T 323 956 2000 F 323 862 1212
Verleih in Österreich: 
UIP Neubaugasse 1 1070 Wien T 1 523 46 31 F 1 526 75 48
Format: 
35 mm
Farbe

Der Mord an einem Senator am Independence Day lässt viele Fragen offen. Aber wieder einmal das Attentat auf JFK und die Ergebnisse der Warren Commission sind das Vorbild setzt sich die Einzeltätertheorie durch, obschon das Bild der scheinbar schwerelos im Dunkeln schwebenden Richterbank, über dem der Vorspann von Alan J. Pakulas Verschwörungsthriller The Parallax View abläuft, Zweifel am Wahrheitsgehalt dieses Berichts schürt. Joe Frady, ein nicht gerade erfolgreicher Journalist eines Provinzblattes, rollt den Fall nach einer mysteriösen Todesserie neu auf und stößt dabei auf die ominöse Parallax Corporation, die sich mit human engineering befasst: Sie heuert, mutmaßt er, Leute an, um sie zu Auftragsmördern auszubilden. Also macht Frady den Selbsttest und bewirbt sich. In The Parallax View dem Mittelteil von Pakulas loser 70er-Paranoia-Trilogie, die mit Klute beginnt und mit dem Watergate-Film All the Presidents Men abschließt ist die Verschwörung keine dezidiert politische mehr (wie noch in den Cold-War-Szenarien), sondern zum Teil der spätkapitalistischen Warengesellschaft geworden: Frady, legerer, aber ungleich weniger souveräner Nachfahre des private eye der Hardboiled-Krimis, sieht sich einer Situation gegenüber, deren Ausmaße er nicht nur schwer ausmachen kann, ja unterschätzt. Das Verstörende ist vielmehr, dass der gestaltlose Gegner dem Ermittler stets voraus ist und dessen charakterliche Eigenschaften gar für seine Zwecke zu funktionalisieren vermag. Die Räume, die Pakula kadriert, sind dementsprechend glatt und kühl sie bieten keinerlei Halt: modernistische Glasbauten mit langen Rolltreppen, Nicht-Orte wie Flughäfen; die Dinge in ihren Größenverhältnissen verschoben: Frady trifft sich auf Miniaturzügen oder vor gigantischen Staudämmen. The Parallax View entwirft eine konspirative Architektur, in der alles offen und doch auf seltsame Weise vernetzt, alles transparent und doch undurchschaubar ist. (Dominik Kamalzadeh)