Retrospektive

La glace à trois faces

The Three-Sided Mirror

Jean Epstein
Frankreich 1927
38 min
fZTmeU
Filmstill of La glace à trois faces

Jean Rouch fasst LA GLACE À TROIS FACES folgendermaßen zusammen: „Drei Frauen lieben denselben Mann. Er liebt keine von ihnen, sondern nur seinen Bugatti. Er holt seinen Wagen und fährt seinem Schicksal entgegen.“ Dieses Sujet wird von Epstein in eine atemberaubende filmische Konstruktion übersetzt: Mit kühner Montage schildert er die Raserei des Mannes und kontrastiert sie mit den Erinnerungen seiner Geliebten, die drei völlig unterschiedliche Beschreibungen derselben Person entwerfen. Hier kulminiert das Konzept der Kino-Moderne, das Epstein in SIX ET DEMI, ONZE bereits vorweggenommen hatte – erst in den 1960er Jahren wird es auf andere Weise und deutlich weniger erzähllustig bei Resnais und Antonioni wiederkehren. Dazu wird Epsteins letzter stummer Kurzfilm gezeigt. SA TÊTE, der von falschen Anschuldigungen und rufschädigenden Gerüchten handelt, beschließt die experimentelle Werkphase und leitet zu den Bretagne-Filmen über. (Christoph Huber)

Mit Live-Musik-Begleitung von Electric Delights (Billy Roisz, Isabella Forciniti, Karolina Preuschl) am 23.10. sowie von Elaine Brennan am 14.11.

Alle Retrospektiven-Filme, die nach der Viennale – ab dem 29.10. – im Filmmuseum gezeigt werden, können selbstverständlich auch wie gewohnt auf www.filmmuseum.at oder unter Tel. 01/533 70 54 reserviert und an der Kassa des Österreichischen Filmmuseum gekauft werden. Es gelten die Preise des Filmmuseums.

Jean Rouch’s summary of LA GLACE À TROIS FACES: “Three women love the same man. He doesn’t love any of them, only his Bugatti. He gets in his car and drives towards his fate.” This subject is translated into a breathtaking cinematic construction—LA GLACE À TROIS FACES is the culmination of the conception of modern cinema à la Epstein anticipated by SIX ET DEMI, ONZE (1926). The way the man tears along the road is depicted through bold montage and different variations in speed, which stands in stark contrast to the memories of his lovers, who produce three entirely different descriptions of the same person. SA TÊTE is the final work of Jean Epstein’s experimental period before the synchronised sound and open sea of the Breton films. The story is one of false accusations and damaging rumours: Jean Bonard returns to his native village. Early in the morning, the police arrive to arrest him and accuse him of murdering a banker. (Christoph Huber & Emilie Cauquy)

V'25
Do. 23 Okt
21:30
Filmmuseum
fZTmeU
iCal
Fr. 14 Nov
18:00
Filmmuseum
fZTmeU
iCal
Credits
Films Jean Epstein
35 mm
Schwarzweiß