FRIENDSHIP'S DEATH

V' 09

FRIENDSHIP'S DEATH

Peter Wollen
GB, 1987
Spielfilme, 78min, OF

FRIENDSHIP'S DEATH

Peter Wollen
GB, 1987
Spielfilme, 78min, OF

Mit: 
Tilda Swinton
Friendship
Bill Paterson
Sullivan
Patrick Bauchau
Kubler
Ruby Baker
Catherine
Joumana Gill
Palästinenserin
Drehbuch: 
Peter Wollen
Ton: 
Mandy Rose
Kamera: 
Witold Stok
Schnitt: 
Robert Hargreaves
Musik: 
Barrington Pheloung
Martyn Phillips
Ausstattung: 
Gemma Jackson
Denise Rubens
Kostüm: 
Cathy Cook

Produktion: 
BFI, Channel Four Television, Modelmark
Format: 
35 mm
Farbe

Amman, Jordanien, «Schwarzer September» 1970. Der Journalist Sullivan, ein Sympathisant der PLO, wird gebeten, eine junge Frau zu identifizieren, die man ohne Pass und Papiere aufgegriffen hat. Er nimmt sie mit in sein Hotel, wo sie ihm erklärt, eine außer­irdische Friedensbotin mit dem Codenamen Friendship zu sein und auf dem Weg zum Massachusetts Institute of Technology eine falsche Abzweigung genommen zu haben. Sie stamme von der Galaxie Procryon und solle mit besonders hoch entwickelten Angehörigen der menschlichen Spezies Kontakt aufnehmen. Nach anfänglichem Zögern glaubt ihr Sullivan, doch Friendship verliert zusehends das Interesse an ihrer ursprünglichen Mission und beobachtet lieber das Leben auf den Straßen Ammans. Peter Wollen hätte eine schicke Kulisse für diese Science-Fiction-Geschichte kreieren können, doch er entschied sich für eine verstörend reale: Friendship's Death spielt in jenem Jahr, in dem die Kämpfe zwischen palestinensischen Guerillas und der jordanischen Armee auf der Tagesordnung standen, Flugzeuge in den Mittleren Osten entführt und später bombardiert wurden. Doch Wollen ist weniger an diesen Ereignissen interessiert als daran, wie wir sie mit Bedeutung füllen. (Caryn James) Ich sehe in diesem Film keinen großen Bruch mit meiner Vergangenheit. Er handelt von etwas, worüber ich lange nachgedacht habe: Wie dreht man einen politischen Film? In gewisser Weise stellte ich mir etwas Ähnliches wie einen Hollywood-Studio-Film vor. Aber es ist eindeutig kein Hollywood-Film und auch nicht einmal ein Kunst-Film im üblichen Sinn. Tatsächlich disqualifizieren ihn die Verweise, die klassische Machart, als Kunstfilm. Obwohl es also kein Avantgardefilm ist, so ist es doch ein Versuch, sich mit politischen, ästhetischen und filmischen Fragen auseinander zu setzen. (Peter Wollen)