DEVIL AND DANIEL JOHNSTON

V'05

THE DEVIL AND DANIEL JOHNSTON

Jeff Feuerzeig
USA, 2005
Dokumentarfilme, 109min, OF

THE DEVIL AND DANIEL JOHNSTON

Jeff Feuerzeig
USA, 2005
Dokumentarfilme, 109min, OF

Mit: 
Animation
Martha Colburn
Drehbuch: 
Jeff Feuerzeig
Ton: 
Wayne Bell
Ethan Andrus
Adam Joseph
Jeff Feuerzeig
Dennis Towns
Kamera: 
Fortunato Procopio
Schnitt: 
Tyler Hubby
Musik: 
Daniel Johnston
Danny and the Nightmares
u.a.

Produktion: 
Complex Corporation 535 Stevenston St. San Francisco, CA 94103-1606, USA T 415 864 81 23 hsr@complexcorporation.com
Weltvertrieb: 
HanWay Films24, Hanway St. W1T 1UH, London, Großbritannien T 207 290 07 50, jls@hanwayfilms.com
Format: 
35 mm
Farbe und Schwarz/Weiß

Daniel Johnston ist Legende: Mit siebzehn begann der fanatische Beatles-Fan aus Austin, Texas, Songs zu schreiben, die er seiner unglücklichen Liebe widmete und mit einem Billigrekorder im Keller seiner Eltern aufnahm. Er arbeitete bei McDonalds, wurde Mitte der 80er Jahre zur lokalen Berühmtheit, spielte auf MTV und landete immer wieder, mit Schizophrenie und manischer Depression diagnostiziert, in der Nervenklinik. Die Produktivität, die er seinem Leiden abtrotzte, ist unglaublich. Er hat mehr als 300 Songs geschrieben und zahllose seltsame Bilder gemalt: Boxer mit aufgeschnittenen Köpfen führen ihre ewigen Kämpfe gegen den Teufel. Dieser beherrscht Texas, vielleicht die ganze Welt darum und um Liebe, die nie Erfüllung finden darf, um Einsamkeit und Verzweiflung geht es auch in den meisten seiner Lieder. Spätestens nachdem Kurt Cobain 1992 nur noch im Daniel-Johnston-T-Shirt zu sehen war, war der Musiker zum Geheimtipp geworden. Große Plattenfirmen begannen sich für ihn zu interessieren, sein Manager handelte einen Topvertrag aus. Doch überzeugt davon, dass die Plattenfirma mit Satan verbündet sei, schlug er aus, entließ seinen Manager und veröffentlichte weiter auf kleinen Labels. Jeff Feuerzeigs Dokumentarfilm The Devil and Daniel Johnston ist großartig. Das liegt vor allem auch daran, dass der Held sein Leben seit seiner Teenagerzeit in zahl-losen Tagebuchkassetten, Super-8-Filmen, Bildern und Liedern dokumentiert hat: die Streitigkeiten mit seiner Mutter, die hallenden Schritte auf den Fluren der Nervenklinik, Lory, die Kunststudentin, die er so vergeblich liebte. Dieses unglaubliche, sehr behutsam bearbeitete Material wird von Gesprächen mit Freunden, Eltern, Geschwistern, Musikern sowie Amateuraufnahmen seiner seltenen, begeisternden Auftritte zusammengehalten, vor denen er immer seine Medikamente absetzte, weil er wusste, dass alles dann intensiver war. Nach dem Film ist man sich wieder sicher, dass Daniel Johnston einer der größten lebenden Singer und Songwriter ist. (Detlef Kuhlbrodt)