ADIEU, PLANCHER DES VACHES

V'99

ADIEU, PLANCHER DES VACHES

FAREWELL, HOME SWEET HOME

Otar Iosseliani
F/CH/I, 1999
Spielfilme, 119min,

ADIEU, PLANCHER DES VACHES

Otar Iosseliani
F/CH/I, 1999
Spielfilme, 119min,

Mit: 
Nico Tarielaswili
Nicolas
Lily Lavina
Nicolas' Mutter
Philippe Bas
Gaston
Drehbuch: 
Otar Iosselani
Ton: 
Florian Eidenbenz
Kamera: 
William Lubtchansky
Schnitt: 
Otar losseliani
Ewa Lenkiewicz
Musik: 
Nicolas Zourabiswili
Ausstattung: 
Manu de Chauvigny
Kostüm: 
Cori d'Ambrogio

Produktion: 
Pierre Grise Productions
Weltvertrieb: 
Celluloid Dreams
Verleih in Österreich: 
Filmladen
Format: 
35 mm
Farbe

Nicolas ist der älteste Sohn einer reichen Pariser Familie, die von seiner Mutter, einer
erfolgreichen Geschäftsfrau regiert wird. Sein Vater ist ein Alkoholiker, dessen einzige
Funktion in der Familie es ist, Kinder zu zeugen (die Familie ist groß). Trotz oder wegen
seiner Herkunft arbeitet Nicolas in einem Bistro als Tellerwäscher. Seine Freunde sind
Herumtreiber, Obdachlose und sonstige Leute aus der Nachbarschaft. Die Mädchen,
die er trifft, sind oft sehr hübsch, aber nur selten an ihm interessiert. Sein Leben ist
hart, aber, alles in allem betrachtet, nicht unglücklich. Eines Abends jedoch folgt
Nicolas seinen Kumpels in ein Abenteuer, das etwas riskanter ist als die üblichen.
Der Ausdruck "plancher des vaches" (trockenes Land oder, wörtlicher, Kuhweide) ist
ein alter Seemannsausdruck, der eine gewisse Verachtung für das feste Land und die
Freude, es zu verlassen, ausdrückt. Das Land war ein Ort, nach dem die Seeleute sich
immer sehnten, wenn sie auf See waren, den sie aber verabscheuten, sobald sie ihn
betraten. Wenn sie an Bord gingen, hatten sie das Gefühl, sie hätten alle Probleme
hinter sich gelassen, aber die See ist, wie wir wissen, kein Ort, auf dem wir Menschen
längere Zeit leben können. Nach und nach bekommen sie wieder dieses Heimweh und
eine Sehnsucht, zurückzukehren. Der Film ist wie eine Parabel über das Gefühl der
Unzufriedenheit und des Unglücklichseins, das in uns Bewohnern des festen Landes
lebt. Praktisch von Geburt an sind wir gezwungen, in einer Muschel zu leben, die für
uns vorgesehen ist, und wir alle träumen davon, diese Begrenzung zu durchbrechen
und einen anderen Ort zu finden, eine andere Dimension des Lebens, die sicherlich
irgendwo existieren muß. Daher stammt auch dieser Satz: "Überall ist es besser, wo
wir nicht sind." (Otar losseliani)