22 Aug. 2025

Vorschau auf das Programm der V'25

Fischerleuchte mit der Aufschrift: VIENNALE 2025, 16. - 28. Oktober

Dies ist nur eine kleine Vorschau auf das Programm der 63. Viennale, sie beinhaltet allerdings bereits zahlreiche bedeutende Arbeiten, die in den vergangenen Monaten bei internationalen Filmfestivals erstmals präsentiert wurden beziehungsweise in den kommenden Wochen bei den Herbstfestivals vorgestellt werden.

Besonders freuen wir uns, Christian Petzold dieses Jahr als unseren neuen Präsidenten begrüßen zu dürfen; und wir freuen uns darüber, dass MIROIRS NO. 3, sein jüngster, beim Festival in Cannes uraufgeführter Film, bei der Viennale seine Österreich-Premiere feiern wird.

Die diesjährige Retrospektive, wie immer in Zusammenarbeit mit dem Filmmuseum realisiert, ist ein Traum für alle Kinoliebhaber:innen. Denn so unbestritten der Status von Jean Epstein (1897-1953) als cineastische Schlüsselfigur ist, so rar sind die Gelegenheiten, seine Filme zu sehen. Also lassen wir mit Filmkopien und Livemusik die Geschichte des Kinos und den Geist der Avantgarde auf- und hochleben.

Filmstill aus ZECHMEISTER: Eine Frau hat einen Mantel in der Hand.
ZECHMEISTER, Angela Summereder

In Kollaboration mit dem Filmarchiv würdigen wir mit Angela Summereder (*1958) eine für die Geschichte des österreichischen Kinos bedeutende Autorin von internationalem Rang. Das bietet die Gelegenheit, ihre außergewöhnliche aktuelle Arbeit B WIE BARTLEBY zu zeigen, ebenso wie auf ihr bisheriges Filmschaffen zurückzublicken - bis hin zum Debütfilm ZECHMEISTER (1981), der in einer frischen Restaurierung vorliegt

Traditionell geben die historischen Programme der Viennale Einblick in das Schaffen bedeutender, jedoch weniger bekannter internationaler Filmemacher:innen. Wir stellen nun einige davon vor und laden damit zur Erkundung benachbarter oder nahegelegener oder etwas entfernterer Filmwelten ein. Sie bieten Eindrücke anderer Zeiten und/oder anderer Kulturen, und ermöglichen dabei immer auch vielfach Bezüge zu unserer Gegenwart.

Filmstill aus ESZKIMÓ ASSZONY FÁZIK: eine Frau steht auf einer Bühne, sie hat ein Mikrofon in der Hand. Hinter sind 2 Männer zu sehen, die Gitarre spielen.
ESZKIMÓ ASSZONY FÁZIK, János Xantus

János Xantus (1953-2012) ist zwar ein Kultregisseur des ungarischen Avantgardekinos, aber für viele unserer Festivalbesucher:innen wird er wohl eine Neuentdeckung darstellen. Die Viennale zeigt einige von zwei jungen Kurator:innen aus Budapest ausgewählte Werke, die für Xantus‘ Filmschaffen prägend sind. Sie zeichnen – vor dem Hintergrund der Auflösung des Ostblocks - das Porträt einer Zeit und einer Generation im Wandel.

Filmstill aus HEMELSLEUTEL: 2 gigantische, in holländischem Traditionsgewand gekleidete Statuen, die sich gegenüber stehen.
HEMELSLEUTEL, Digna Sinke

Digna Sinke (*1949) blickt bereits auf eine lange Laufbahn als Regisseurin zurück. Und nachwievor ist sie sehr produktiv; erst Anfang dieses Jahres stellte sie ihre aktuelle Arbeit HEMELSLEUTEL beim Festival in Rotterdam vor. Sinke liefert den Beweis für die Lebendigkeit des unabhängigen Filmschaffens in den Niederlanden; nicht zuletzt, indem sie als Produzentin Kolleg:innen der jüngeren Generation bei der Verwirklichung ihrer filmischen Projekte unterstützt.

Sinkes eigene Filme verbinden Erkundungen der niederländischen Landschaft mit dem Nachdenken über Dimension und Bedeutung des Menschseins. Wir präsentieren eine Auswahl in zehn Programmen, welche sowohl die konsequente politische Stoßrichtung ihrer Arbeit bezeugt als auch deren filmischen Formen- und Ausdrucksreichtum belegt.

Filmstill aus L’INFINITA FABBRICA DEL DUOMO. Abgebildet sind etliche Statuten, alle knapp nebeneinander in einem Raum stehen.
L’INFINITA FABBRICA DEL DUOMO, Mar­tina Par­enti und Mas­simo D'A­nolfi

Das Künstlerduo Massimo D’Anolfi und Martina Parenti schließlich erforscht seit zwei Jahrzehnten die Möglichkeiten menschlicher Ausdruckskraft vermittels unterschiedlicher Ansätze und im Rahmen verschiedener Themen: In den Bräuchen, in der Kunst, im Handwerk und in der Architektur sowie - in ihrem außergewöhnlichen, aktuellen Film BESTIARI, ERBARI, LAPIDARI - in den zentralen Elementen der Natur.

Das gesamte Programm der Viennale wird am 7. Oktober veröffentlicht!