17. BIS 29. OKTOBER
Die 62. Viennale wird von einem Motiv repräsentiert, das aus den Tiefen des Meeres stammt: Eine Alge namens „delesseria lancifolia“ fungiert als Initialzündung, sozusagen als Absprungpunkt, erinnert sie in ihrer Form doch an ausgebreitete Flügel und an das Sich-Emporschwingen. Das Bild des Aufbruchs hat auch die diesjährige Filmauswahl motiviert, die aus allen Ecken und Enden des Globus Perspektiven zusammenträgt, die über die Welt reflektieren und an ihren Sorgen teilhaben. Denn aus unserem immer unruhiger werdenden Schlaf wachen wir täglich zu einem neuen Kriegstag auf. Also tragen wir, in dieser für unsere Zivilisation so dunklen Zeit, im Rahmen unserer Möglichkeiten dazu bei, den Raum für Begegnung und Dialog zu bewahren, zu bieten, zu schützen – und damit friedlich, aber konsequent Widerstand zu leisten gegen das, was eine Politik der Intoleranz zu verbergen und dabei doch gleichzeitig zu verbreiten versucht: Verachtung.
Das gründliche Nachdenken über Politik zieht sich ebenso durch die unterschiedlichen Programmsektionen wie die genaue Untersuchung zwischenmenschlicher Beziehungen. Zahlreiche der ausgewählten Filme drehen sich um junge Menschen, betrachten sie in ihrer Gegenwart, zeigen ihr Verhältnis zu einer ungewissen Zukunft. Ein weiteres virulentes Thema ist der Umgang des Menschen mit Flora und Fauna. Und nicht nur in diesem Kontext werden jene ethischen Kategorien und Definitionen einer kritischen Betrachtung unterzogen, die dem Begriff des Individuums zugrunde liegen. Womit weitergehend Fragen aufgeworfen sind nach der Rolle eines solcherart definierten Individuums in einer sozialen Gemeinschaft und, vor allem, nach dessen Verantwortlichkeit. (Eva Sangiorgi)
Das komplette Filmprogramm finden Sie hier!
TEXTUR
Der siebente Band unserer Schriftenreihe TEXTUR ist Roberto Minervini gewidmet. Die Viennale hatte das Werk des 1970 in Italien geborenen und in den USA arbeitenden Filmemachers bereits 2018 in den Fokus gerückt; in diesem Jahr stellte Minervini beim Festival in Cannes mit THE DAMNED – dessen Geschichte zu Zeiten des amerikanischen Bürgerkriegs angesiedelt ist – einen Film vor, der als Wendepunkt in seinem kreativen Schaffen betrachtet werden kann. Wie gewohnt vereint auch diese Ausgabe von TEXTUR Beiträge von Autor:innen, die, aus unterschiedlichsten Richtungen kommend, Minervini und/oder seinem Kino nahestehen. Ein werkgeschichtlicher Essay von Mark Peranson eröffnet den Band, es folgen ein Text von Devika Girish, eine fulminante Analyse von Minervinis Stamm-Editorin Marie-Hélène Dozo, ein Dialog zwischen Paolo Benzi und Denise Ping Lee sowie ein wunderbares Gespräch zwischen Minervini und seinem italienischen Regiekollegen Michelangelo Frammartino. Darüber hinaus steuern unter anderem die Autor:innen Goffredo Fofi, Pablo Marin, Rachael Rakes, Payal Kapadia und Jessica Sarah Rinland ihre Überlegungen zu Minervinis Filmschaffen bei.
TEXTUR #7 - demnächst erhältlich!
VIENNALE ZENTRALINO
Die Viennale Zentrale wird heuer etwas kleiner, dafür noch gemütlicher: Viennale Zentralino also. Im Obergeschoß des Metro Kinokulturhaus finden dieses Jahr Gespräche und Diskussionen mit Filmemacher:innen und Expert:innen rund um das Festivalprogramm statt. In angenehmer Lounge-Atmosphäre kann vor und nach den Veranstaltungen angeregt diskutiert und geplaudert werden. Für Kaffee und Drinks ist gesorgt.
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VIENNALE PARTYS
Viennale goes Club-Tour: In diesem Jahr begibt sich das Festival mit seiner Party-Line auf Pop-up Tour in verschiedene Locations der Stadt. An drei ausgewählten Abenden hostet die Viennale in drei etablierten Wiener Club-Institutionen Partys mit exklusiven DJs, nur einen Katzensprung von den Festivalkinos entfernt.