24 Okt 2025

DAILY: Tag 9, 24. Oktober 2025

Yoni Brook (HOLDING LIAT) und Festivaldirektorin Eva Sangiorgi, Filmmuseum

In unseren VIENNALE DAILIES werden Sie täglich zum Geschehen rund um das Festival informiert!

When making a film, if I feel nothing in my body, I can't work. I have to touch. I have to feel. I never stop touching.

Claire Denis

FILMTIPPS FÜR HEUTE

THE FENCE

Filmstill of The Fence

R: Claire Denis
Frankreich 2025 | 109 Minuten | OmeU

Freitag, 24. Oktober, 18.30 Uhr: GARTENBAUKINO
Dienstag, 28. Oktober, 18.45 Uhr: URANIA

„So unreal here“, sagt die Frau des Projektleiters, als sie auf der Großbaustelle in der Savanne Westafrikas eintrifft. Im Gepäck eine Samttasche mit Schriftzug „Babe“, an den Füßen Stilettos, wird sie unfreiwillig einem Todesfall auf der Spur sein. Der auf dem Theaterstück „Black Battles with Dogs“ (1979) basierende Film entfaltet sich während einer Nacht an einem Schauplatz, auf dem alle Beteiligten Fremde sind. Mit ihrer Rückkehr in die Gemengelage des postkolonialen Afrika erzählt Claire Denis von Männern, die über einen toten Körper verhandeln. In Wachtürmen über ihren Köpfen besingt ein Chorus von Wachleuten einen allzu fernen Gott. (Anna Katharina Laggner)

romerÍa

Filmstill of Romería

R: Carla Simón
Spanien, Frankreich 2025 | 112 Minuten | OmdU & OmeU

Freitag, 24. Oktober, 15.30 Uhr: GARTENBAUKINO
Samstag, 25. Oktober, 11.00 Uhr: URANIA

ROMERÍA (spanisch „Pilgerfahrt“) erzählt von einer Reise in die Vergangenheit. Marina, Alter Ego der Regisseurin, reist zur Familie des unbekannten Vaters. Sie braucht ein Abstammungszertifikat für ein Stipendium: Sie möchte Film studieren. Simón verwebt Briefe ihrer Mutter aus den 1980er Jahren mit ihrer eigenen, digital gefilmten Reise von 2004. Mit einer 35mm-Kamera imaginiert sie die Liebesgeschichte ihrer Eltern: Sie führt uns in die Post-Franco-Ära, als Spanien von der Aids-Epidemie und einer Heroinkrise heimgesucht wurde. Der flirrend-kaleidoskopische Film ist der letzte Teil der Trilogie, in der Simón ihre Familiengeschichte aufarbeitet. (Dunja Bialas)

HOLDING LIAT

Filmstill of Holding Liat

R: Brandom Kramer
USA 2025 | 97 Minuten | OmeU

Freitag, 24. Oktober, 13.00 Uhr: STADTKINO IM KÜNSTLERHAUS

Beim Überfall der palästinensischen Hamas auf einen israelischen Kibbuz am 7. Oktober 2023 wurde auch die israelisch-amerikanische Geschichtslehrerin Liat Atzili verschleppt. Filmemacher Kramer, ein Verwandter der Familie, hat den nervenaufreibenden Prozess bis zu Liats Freilassung und darüber hinaus dokumentiert: endloses Warten, eine unersprießliche Goodwill-Tour in den USA, die Zweifel, ob man überhaupt etwas erreicht. Diese persönliche Ebene verbindet der Film mit den politischen Einsichten der Familie: Liats Vater Yehuda ist ein entschiedener Gegner der nationalistischen Netanjahu-Regierung, die er für die Nahost-Krise mitverantwortlich macht. (Lars Penning)

In Anwesenheit von Yoni Brook (Produzent), Yehuda Beinin und Chaya Beinin (Protagonisten).

 

PROGRAMMTIPP

Monografie: Martina Parenti & Massimo D'Anolfi

Das komplette Programm der Monografie finden Sie HIER!
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Massimo D’Anolfi & Martina Parenti

Der Essay als Versuch, die großen Fragen der Menschheit zu umkreisen (nach dem Wesen der Natur, der Liebe, dem Tod). Aber auch: Antworten auf Fragen zu suchen, die (noch) niemand gestellt hat. Das Regieduo Massimo D’Anolfi und Martina Parenti ist beiden Polen verpflichtet und bringt die dafür unersetzliche Voraussetzung mit: Geduld. Innerhalb von knapp zwei Jahrzehnten hat sich ihre künstlerische Form von einer dem Direct Cinema entsprungenen Beobachtung (Heiratswillige in I PROMESSI SPOSI, 2007) zu einer charakteristischen Handschrift entwickelt, in der Dokumentieren zum Komponieren, zu einem Arrangement scheinbar ungleicher Dinge wurde. Die spiralförmige Montage des enigmatischen SPIRA MIRABILIS, 2016, kommt einer Visualisierung des Denkens nahe. Kamera, Ton, Montage, Produktion verantworten D’Anolfi und Parenti in all ihren Filmen selbst. Sie drehen in Archiven, etwa für Bewegtbilder aus dem Libyenkrieg, in der Pflanzensammlung eines botanischen Gartens oder auch dem Depot von ramponierten Steinstatuen aus dem Mailänder Dom. Bilder, (Original-)Töne und (literarische) Texte assoziieren sie, manchmal unter dem Einsatz sphärischer Musik, zu vielschichtigen Seherfahrungen.

In Anwesenheit von Massimo D’Anolfi & Martina Parenti.

EINIGE UNSERER HEUTIGEN GÄSTE

Ein Bild von Gabriel Azorin.
Gabriel Azorín

Massimo D’Anolfi
Martina Parenti
Monografie: Martina Parenti & Massimo D'Anolfi

Mitch Martin
Llúcia Garcia
Schauspieler in
ROMERÍA

Gabriel Azorín
Regisseur von
Anoche conquisté Tebas

Kamal Aljafari
Regisseur von
WITH HASAN IN GAZA

Eva Neymann
Regisseurin von
WHEN LIGHTNING FLASHES OVER THE SEA

Isa Willinger
Regisseurin von
NO MERCY

Joel Alfonso Vargas
Regisseur von
Mad Bills to Pay (or Destiny, dile que no soy malo)

Lee Anne Schmitt
Regisseurin von
EVIDENCE

PARTY TODAY

LEFTO EARLY BIRD / DIA (BOOSTER CLUB)
PRATERSRTASSE
ab 23 Uhr

Aus Brüssel mischt Lefto Early Bird seit über drei Jahrzehnten Genres auf einzigartige Weise. Sein Sound vereint Jazz, Electronica, Techno, House und Hip-Hop zu einem stimmigen Ganzen. In Radioshows auf Kiosk Radio, The Lot, Worldwide FM und NTS erzählt er Geschichten, verbindet Hörer:innen weltweit und öffnet Grenzen für neue musikalische Perspektiven. Als Kurator, Musiker und Stimme der Szene prägt er die globale Musiklandschaft nachhaltig. In ihrem Opening-Set mischt DIA Baile & Arab Funk, Rap, Trance, Gqom, Bass, sowie arabische und südasiatische Klänge.

VIDEO DES TAGES