YADON ILAHEYYA

V'02

YADON ILAHEYYA

DIVINE INTERVENTION

Elia Suleiman
F/Marokko/D, 2002
Spielfilme, 92min, Omd/fU

YADON ILAHEYYA

Elia Suleiman
F/Marokko/D, 2002
Spielfilme, 92min, Omd/fU

Mit: 
Elia Suleiman
E.S.
Manal Khader
die Frau
Nayef Fahoum Daher
der Vater
Drehbuch: 
Elia Suleiman
Ton: 
Laurent Laffran
Kamera: 
Marc-André Batigne
Schnitt: 
Véronique Lange
Musik: 
Mirwais
Natacha Atlas u.a.
Ausstattung: 
Miguel Markin
Denis Renault

Produktion: 
Ognon Pictures 14 rue Montmartre 75001 Paris, Frankreich T 1 40 26 56 08 ognon2@free.fr
Weltvertrieb: 
Flach Pyramide International 5 rue du Chevalier de Saint-Georges 75008 Paris, Frankreich T 1 42 96 02 20 elagesse@flach-pyramide.com
Verleih in Österreich: 
Polyfilm Verleih Margaretenstraße 78 1050 Wien T 1 581 39 00 20 polyfilm@polyfilm.at
Format: 
35 mm
Farbe

«I couldn’t shoot in Palestine because other people were shooting». Wer von Elia Suleiman wissen will, warum sich die Dreharbeiten zu Divine Intervention während der 2. Intifada so nervenaufreibend und langwierig gestalteten, darf von ihm nichts anderes erwarten als eine sarkastische Antwort. Der Humor ist denn auch die einzige Waffe geblieben, die dem in Israel lebenden palästinensischen Filmemacher zur Illustration der ausweglosen Lage seines Volkes und seiner Belagerung durch die von ihm als «zunehmend faschistisch» charakterisierten Likud-Regierung noch geblieben ist. Anstatt die alltäglichen Schreckensbilder aus dem Fernsehen fürs Kino noch zusätzlich dramatisch zu überhöhen, lässt Suleiman lieber einen mit Geschenken beladenen, von Intifada-Kindern verfolgten Weihnachtsmann über die Klinge springen oder einen israelischen Panzer durch den Wurf eines Aprikosenkerns pompös in die Luft fliegen. Divine Intervention ist ein loser Reigen absurder Momente im Angesicht des Krieges geworden, der den Zustand der Machtlosigkeit und allgemeinen Erstarrung auf komische Weise entlarvt. Auch die eigenen, sich in kleinen Scharmützeln gegenseitig aufreibenden Landsleute müssen sich dabei den beißenden Spott des Regisseurs gefallen lassen. Unter der bleiernen Grabesruhe, die über den Städten Nazareth und Jerusalem lastet, die Suleiman ebenso minimalistisch wie schweigsam inszeniert, brechen immer wieder explosionsartig spektakuläre Gewaltphantasien hervor. Die Innenansicht eines überzeugten Pazifisten, der sich so von den Dämonen, die auch von ihm Besitz ergriffen haben, zu reinigen versucht und damit auch auf das ambivalente Verhältnis zwischen Realität und Fiktion hinweist. (Martin Rosefeldt)