STAND DER DINGE

V'97

DER STAND DER DINGE

Wim Wenders
D, 1982
Spielfilme, 128min, OF

DER STAND DER DINGE

Wim Wenders
D, 1982
Spielfilme, 128min, OF

Mit: 
Patrick Bauchau
Isabelle Weingarten
Rebecca Pauly
Drehbuch: 
Wim Wenders
Robert Kramer
Josh Wallace
Ton: 
Maryte Kavaliauskas
Martin Müller
Kamera: 
Henri Alekan
Martin Schäfer
Fred Murphy
Schnitt: 
Barbara von Weitershausen
Peter Przygodda
Musik: 
Jürgen Knieper
Allen Garfield
Ausstattung: 
Zé Branco
Kostüm: 
Maria Gonzaga

Produktion: 
Road Movies GmbH
Paulo Branco
Weltvertrieb: 
Road Sales
Format: 
35 mm
Schwarz/Weiß

Ein Triptychon, dessen Teile in einem schon fast lehrbuchhaft-wörtlichen Sinne in dialektischem Verhältnis zueinander stehen: These - Antithese - Synthese. Der erste Teil ist Erzählkino par excellence, ein Science-Fiction-Maschinchen, das sich (...) entlang einer eindeutigen, zeitlichen und räumlichen Achse vorwärts bewegt: Eine Gruppe von Überlebenden bewegt sich durch verseuchtes Terrain aufs Meer zu. Der zweite Teil dagegen ist das, was Wenders für spezifisch europäisches Kino hält (und was dies nur in dem Sinne wirklich ist, dass solch eine Art von Filmen vom Hollywood-System der Finanziers- und Produzenten-Kalküle verhindert wird): Das Filmteam, das diesen Science-Fiction-Film dreht, wartet in einem verrottenden Hotelneubau an der portugiesischen Küste auf Nachschub an Filmmaterial und Geld. (...) Den Schlüsselsatz für diese Sequenz legt Wenders seinem Alter ego, dem Regisseur Friedrich, in den Mund: Geschichten gäbe es nur in Geschichten, während das Leben verstreiche, ohne die Notwendigkeit zu verspüren, sich zu Geschichten zu fügen. Und als ob Wenders wisse, dass das nur die halbe Wahrheit ist, lässt er ihn im Schlussteil nach Hollywood fliegen und seinen Produzenten aufspüren, der vor Kredithaien auf der Flucht ist und mit dem er am Ende umgebracht wird. Dieser Tod ist der Punkt, in dem die in den beiden ersten Teilen ausgezogenen Fluchtlinien sich schneiden. (Kraft Wetzel)