PETITS FRERES

V'99

PETITS FRERES

LITTLE FELLAS

Jacques Doillon
F, 1998
Spielfilme, 92min,

PETITS FRERES

Jacques Doillon
F, 1998
Spielfilme, 92min,

Mit: 
Stephanie Touly
Talia
lliés Sefraoui
Iliés
Moustapha Goumane
Mous
Drehbuch: 
Jacques Doillon
Ton: 
Jean-Pierre Duret
Dominique Hennequin
Kamera: 
Manuel Teran
Schnitt: 
Camille Cotte
Musik: 
Oxmo Puccino (Time Bomb)
Kostüm: 
Chiara Gherarducci

Produktion: 
MK2 Productions
Weltvertrieb: 
MK2 Diffusion
Format: 
35 mm
Farbe

Es gibt Momente in diesem Film, die einem die Tränen in die Augen treiben. Keine rührseligen Momente - es ist die Schönheit dieser Kinder, die überwältigend ist wie ein Schmerz, Da spielt die 13jährige Talia (eine Entdeckung: Stephanie Touly), die die
Jungs Tyson nennen, weil sie angeblich Killeraugen hat, mit den kleinen Schwestern ihres Gastgebers. Und das Mädchen, das sich immer wie im Feindesland bewegt und allen Grund dazu hat -, ist plötzlich ganz selbstvergessen, ganz Kind. Auch die Kamera, die beweglich und immer nah bei den Darstellern ist, wirkt wie berauscht. Man könnte Petits freresfür einen sozialkritischen Film über die Pariser Banlieues halten, Nach einem Streit ist Talia von zu Hause abgehauen. Sie trifft ein paar Jungen in ihrem Alter, die vorgeben, ihr zu helfen, die aber zunächst mehr an ihrem Hund interessiert sind als an ihr. Es ist alles da: kleine Gangster und ihre großen Brüder, Drogendeals. Diebstahl - auch eine Pistole spielt eine nicht ganz unwichtige Rolle. Die Poesie des Films aber entfaltet sich am Rande der Geschichte, in den zärtlichen Blicken auf die Kinder, Sie heben die Trostlosigkeit, die sich ausbreiten könnte, mühelos auf, (Tobias Kniebe)
Jacques Doillons Talent, Kinder zu perfekt natürlichen Filmdarstellern zu machen, ist nicht erst seit Ponette (1996) bekannt. In Petits Freres richtet er seine fast dokumentarische Kamera auf ein dreizehnjähriges Mädchen und ihren Hund und kommt zu beeindruckenden Resultaten. Angesiedelt in den Wohnstädten außerhalb der Pariser Stadtgrenze, bietet der Film einen überzeugenden, von tiefer Sympathie getragenen Blick auf eine Woche im Leben einer Gruppe von Teenagern. (Lisa Nesselson)