AKSUAT

V'99

AKSUAT

Serik Aprimov
Kasachstan/J, 1998
Spielfilme, 80min,

AKSUAT

Serik Aprimov
Kasachstan/J, 1998
Spielfilme, 80min,

Mit: 
Sabit Kurmanbekov
Aman
Ersat Asim
Kanat
Erbolat Ospankulov
Erbolat
Drehbuch: 
Serik Aprimov
Ton: 
Andrej Wlaznev
Kamera: 
Boris Trosev
Schnitt: 
Dina Bersugurowa
Musik: 
Kazbek Spanov
Ausstattung: 
Dabit Kurmanbekov

Produktion: 
East Cinema
Weltvertrieb: 
East Cinema
Format: 
35 mm
Farbe

Aman lebt im ostkasachischen Aksuat ein ruhiges, normales Dorfleben. Damit ist es
vorbei, als sein jüngerer Bruder Kanat auftaucht. Dieser ist auf der Flucht vor seinen
Gläubigern und hat aus der Stadt seine schwangere Freundin Zhanna mitgebracht, die
man im Dorf bald für Amans Geliebte hält. Tradition und überlieferte Werte, über die
der Dorfälteste noch immer streng wacht, sind einschneidend verletzt, und Aman gerät
in Konflikte mit seiner bisher so vertrauten Umwelt, aber auch mit sich selbst.
In Aksuat setzt Serik Aprimov die Beobachtung seines Heimatorts fort. Der karge Stil,
der bereits Terminus auszeichnete, prägt auch hier die Bilder der öden Steppen. Ohne
sich an etwas klammern zu können, verliert sich der Blick in der Unendlichkeit. Einmal
mehr dringt die Stadt in die dörfliche Welt ein, die in ihren Traditionen gefangen ist.
Diesmal kommt noch der Faktor des Fremdseins dazu: Die junge Frau ist Russin. Aprimov
thematisiert hier eine Schwierigkeit der kasachischen Gesellschaft, die im wesentlichen
aus zwei Kulturen besteht, die einander nie begegnen. Die ablehnende Haltung
des Dorfes ist umso stärker, als die junge Frau weder die Sprache der Dorfbewohner
spricht noch diese ihre. Der Gebrauch langer Einstellungen, die aus der Ferne aufgenommen
sind, trägt zusätzlich zum dokumentarischen Eindruck bei. (Martial Knaebel)
Serik Aprimovs Erzählung von zwei sehr ungleichen Brüdern allegorisiert den Kampf
zweier Kulturen, der ländlichen und der urbanen, und zweier Sprachen, des Kasachischen
und des Russischen, um die Kontrolle über die Identität und Integrität Kasachstans.
Aprimov vermeidet simple Klischees, zeichnet statt dessen ein erhellendes,
nuanciertes Bild von Spannung und Mißverständnissen. Indem die Russen in den
Städten das Kasachische eliminierten und so die städtische Bevölkerung vom Umland
isolierten, schufen sie ein geteiltes Land und ein geteiltes Volk - eine Kluft, die bis
heute nicht geschlossen ist, wie Aprimov zeigt. (Miguel Pendäs)