PSYCHO

V'99

PSYCHO

Gus Van Sant
USA, 1998
Spielfilme, 104min,

PSYCHO

Gus Van Sant
USA, 1998
Spielfilme, 104min,

Mit: 
Vince Vaughn
Norman Bates
Anne Heche
Marion Crane
Julianne Moore
Lila Crane
Viggo Mortensen
Sam Loomis
Drehbuch: 
Joseph Stefano (nach dem Roman von Robert Bloch)
Ton: 
Ron Judkins
Kamera: 
Christopher Doyle
Schnitt: 
Amy E. Duddleston
Musik: 
Bernard Herrmann (Originalmusik aus Psycho von Alfred Hitchcock 1960)
Danny Elfman (Bearbeitung)
Ausstattung: 
Tom Foden
Kostüm: 
Beatrix Aruna Pasztor

Produktion: 
Universal Pictures
Weltvertrieb: 
United International Pictures
Verleih in Österreich: 
United International Pictures
Format: 
35 mm
Farbe

Gus Van Sant verwendet bei seinem Remake von Alfred Hitchcocks Klassiker von 1960 das Originaldrehbuch. Dieses basierte auf einem Roman von Robert Bloch und erzählt die Geschichte einer jungen Frau, welche die Ungerechtigkeiten des Lebens satt hat und sich mit dem Geld ihres Arbeitgebers auf und davon macht. Müde von der langen Fahrt, verläßt sie die Hauptstraße und kommt zu Bates Motel, wo sie von einem stillen jungen Mann mit einer anscheinend dominanten Mutter begrüßt wird. Die folgenden Geschehnisse, inklusive der berühmten Duschszene und der Ansicht des berüchtigten Hauses auf dem Hügel über dem Motel, haben sich mittlerweile in das kollektive Gedächtnis zweier Generationen von Filmfans eingegraben. Anders als etwa Brian De Palma, der Hitchcocksche Motive, einzelne Elemente oder Szenen variiert, weiterverarbeitet, hat Gus Van Sant Hitchcocks Film Szene für Szene übernommen und großteils sehr dezent adaptiert und modifiziert. Die markantesten Unterschiede (abgesehen von Farb- statt Schwarzweißfilm oder Änderungen, die sich aus der Übertragung der Handlung in die Gegenwart ergeben) sind  einzelne Soundeffekte sowie drei, vier knappe Bildinserts, die angesichts ihrer Plazierung jedoch umso deutlicher auf Gus Van Sant verweisen. Über ihre Materialität (einmal mittels der artifiziellen Färbung, das andere Mal wegen ihrer Grobkörnigkeit und "Unscharfe") verweisen diese Bilder auch am eindeutigsten auf Van Sants frühere Filme - etwa My Own Private Idaho -, die immer wieder auch mit der Ästhetik unterschiedlicher Medien operierten. Van Sants Kameramann heißt bei Psycho Christopher Doyle - Wong Kar-wais kongenialer Operateur, der sich hier jedoch ganz offensichtlich zurückgehalten hat, was Kamerabewegung und Effekte betrifft. (Isabella Reicher)