NIGHT OF THE LIVING DEAD

V'05

NIGHT OF THE LIVING DEAD

George A. Romero
USA, 1968
Spielfilme, 94min, OF

NIGHT OF THE LIVING DEAD

George A. Romero
USA, 1968
Spielfilme, 94min, OF

Mit: 
Duane Jones
Ben
Judith O'Dea
Barbara
Karl Hardman
Hary Cooper
Russell Streiner
Johnny
Keith Wayne
Tom
Judith Ridley
Judy
Marilyn Eastman
Helen Cooper
Kyra Schon
Karen
Drehbuch: 
John A. Russo
George A. Romero
Kamera: 
George A. Romero
Schnitt: 
George A. Romero
Musik: 
Gary Zeller
Ausstattung: 
Charles O'Dato
Kostüm: 
Charles O'Dato

Produktion: 
Image Ten
Format: 
16 mm
Schwarz/Weiß

Es beginnt mit einem Spaß: Johnny treibt makabre Scherze mit seiner Schwester Barbara, als sie das Grab ihres Vaters besuchen. Bald darauf ist Johnny tot. Und Barbara, die in ein einsames Farmhaus geflohen ist, sinkt nach dem Anblick einer verstümmelten Leiche in einen Schockzustand. Kein Ausweg mehr: Die Toten gehen um, Zombies, die einmal Menschen waren wie du und ich. Kein Verlass mehr: Weder die spießige Familie noch das weiße junge Liebespaar, noch der tatkräftige schwarze Held Ben, die mit Barbara im Farmhaus ausharren, haben eine Chance. Es endet mit einem Witz: Ben, der letzte Überlebende der Farm wird abgeknallt, nicht von den Toten, sondern von den Lebenden, den vermeintlichen Rettern. Ein Endspiel in Schwarzweiß, gedreht von Romero und seinen Freunden, die zuvor und nebenher Reklame- und Industriefilme gemacht haben. Mit Ionescos Bühnenstück «Jeu de massacre» hat Charles Derry den Film verglichen. Wie bei Ionesco nähert sich der Tod den Überlebenden mit mathematischer Genauigkeit. Die Umzingelung nimmt geometrische Formen an, die Zahl der lebenden Toten steigt konstant an, die Slow Motion der Zombies ist unausweichlich. Romeros Zombiefilm ist ein Abgesang auf die 60er Jahre, auf den Terror des Jahrzehnts vom Kennedy-Attentat bis zum Vietnamkrieg, und eine bittere Reflexion über Film und Fernsehen, über das «medium cool». Zugleich ist der Film ein Neuanfang mit seinem dokumentarischen Stil, seinen unbekannten Darstellern, seiner beweglichen Kamera. Jenseits von Cinéma vérité will der Film wahres Kino sein. «Postmoderne Zombies» nennt Steven Shaviro Romeros Untote, die keine dunkle Macht mehr ausstrahlen, sondern nur noch schreckliche Banalität: «Romeros Zombies scheinen normal in einer Gesellschaft, in der der materielle Wohlstand der Mittelschicht einhergeht mit der repressiven Gewalt von Armut, Sexismus, Rassismus und Militarismus. Romero ist zugleich Pornograf, Anthropologe, Allegoriker und radikaler Kritiker der amerikanischen Kultur.» (Hans Schifferle)