MAGICAL LIFE OF LONG TACK SAM

V'07

THE MAGICAL LIFE OF LONG TACK SAM

Ann Marie Fleming
CAN/VR China, 2003
85min, eOF

THE MAGICAL LIFE OF LONG TACK SAM

Ann Marie Fleming
CAN/VR China, 2003
, 85min, eOF

Drehbuch: 
Ann Marie Fleming
Kamera: 
Ann Marie Fleming
Schnitt: 
Ann Marie Fleming
Ileana Pietrobruno
Musik: 
Patric Caird

Produktion: 
Sleepy Dog Films Suite 24-26, 1386 Nicola Street Vancouver, BC, V6G 2G2, Kanada T 604 734 6908 info@sleepydogfilms.com
Weltvertrieb: 
The National Film Board of Canada 3155 Côte-de-Liesse RoadSaint-Laurent, Quebec H4N 2N4, Kanada T 800 267 7710 quebeccentre@nfb.ca
Format: 
35 mm
Farbe

«Who is Long Tack Sam?» Mit dieser Frage beginnt Ann Marie Fleming, Urenkelin des titelgebenden Protagonisten, ihre ganz persönliche Spurensuche, die sie in die USA, nach China und schließlich auch nach Österreich führen sollte. Der in Shanghai geborene Long Tack Sam emigrierte am Ende des 19. Jahrhunderts in die USA und machte dort - neben Stars wie Laurel und Hardy oder den Marx Brothers - Karriere als gefeierter Akrobat und Magier in den Vaudeville-Theatern des Landes. The Magical Life of Long Tack Sam ist allein schon als filmische Studie über die Blütezeit des Vaudeville - die letzte Institution massenkulturellen Live-Entertainments, bevor das Kino endgültig die Städte eroberte - eine Entdeckung: Kuriositäten wie die sehr beliebten Auftritte von Europäern, die sich zur Beförderung ihrer Popularität auf der Bühne als Chinesen ausgaben, die harten Lebensbedingungen der Künstler und Künstlerinnen, der offene Rassismus, dem sich nicht-weiße Artisten in den USA ausgesetzt sahen, fügen sich wie historische Schlaglichter zu einem bruchstückhaften Mosaik zusammen. Dazwischen, dort wo dieses lückenhaft bleiben muss - aufgrund der schwierigen Quellenlage zur Geschichte populärkultureller Artistik oder dem Fehlen eines Familienarchivs, das beredt über den Urgroßvater Auskunft geben könnte -, setzt Fleming funkelnde Kleinode: In gezeichneten Bildern, die an Lucky-Luke-Comics erinnern, erzählt sie in immer neuen Versionen von der Emigration des großen Mannes aus China. So wird - zumindest diese - Familiengeschichte auch zur Geschichte einer Befreiung: zu einer Erzählung jenseits allen Zwangs identitärer Konventionen.