LOU REED'S BERLIN

V'07

LOU REED'S BERLIN

Julian Schnabel
USA, 2007
Dokumentarfilme, 85min, OF

LOU REED'S BERLIN

Julian Schnabel
USA, 2007
Dokumentarfilme, 85min, OF

Mit: 
Lou Reed
Emmanuelle Seigner
Ton: 
John Harris
Kamera: 
Ellen Kuras
Schnitt: 
Benjamin Flaherty
Musik: 
Lou Reed

Produktion: 
Waterboy Productions 603 Greenwich Street New York, NY 10014, USA T 212 627 7011 schnabelstudio@mac.com
Weltvertrieb: 
Fortissimo Films Van Diemenstraat 200, Suite 100 1013 CP Amsterdam, Niederlande T 20 627 3215 info@fortissimo.nl
Verleih in Österreich: 
Filmladen Mariahilfer Straße 58/7 T 1 523 43 62 0 office@filmladen.at
Format: 
35 mm
Farbe

Der Maler, Bildhauer und Filmemacher Julian Schnabel filmte im Laufe von fünf Abenden Lou Reeds «Berlin»-Konzert im St. Ann's Warehouse in Brooklyn, New York. Hinter der Kamera stand Ellen Kuras, die schon die Konzertfilme Neil Young: Heart of Gold and Dave Chappelle's Block Party ins richtige Licht rückte. Als Lou Reeds Konzeptalbum «Berlin» 1973 erschien, reagierte die Kritik fast durchgängig mit Unverständnis oder Entsetzen. Nachdem «Transformer» ein Jahr zuvor auch dank der Hitsingle «Walk on the Wild Side» ein großer kommerzieller Erfolg geworden war, setzte Reed mit diesem Songzyklus musikalisch wie lyrisch einen schroffen Gegenakzent. Im Handel erwies sich «Berlin» damals eher als Flop: Als zu düster empfanden offenbar viele Fans Reeds Songs, die von Gewalt, Drogenexzessen, Prostitution und Selbstmord erzählten und gleichsam das böse Erwachen nach dem Flower-Power-Taumel der 60er Jahre dokumentierten. Sie schienen auch die innere Verfassung des von persönlichen Krisen gebeutelten Künstlers zu spiegeln, der vor «Berlin» noch nie die damals geteilte Stadt besucht hatte. Dreiundreißig Jahre später nun also noch einmal «Berlin» - das Remake eines Werkes, das er erstmals 2006 in New York auf die Bühne brache. Viele der Songs haben über die Jahrzehnte eine beunruhigende Aktualität bewahrt, so etwa «Men of Good Fortune», ein lakonischer Blick auf die unterschiedlichen Startbedingungen von Kindern aus reichen und aus armen Elternhäusern. (Stefan Huth)