LIBERTAD

V'01

La LIBERTAD

Freedom

Lisandro Alonso
Argentinien, 2001
Spielfilme, 73min, OmeU

La LIBERTAD

Lisandro Alonso
Argentinien, 2001
Spielfilme, 73min, OmeU

Mit: 
Misael Saavedra
Holzfäller
Humberto Estrada
Vorarbeiter
Rafael Estrada
Sohn des Vorarbeiters
Omar Didino
Holzhändler
Javier Didino
Tankwart
Drehbuch: 
Lisandro Alonso
Ton: 
Catriel Vildosola
Kamera: 
Cobi Migliora
Schnitt: 
Martín Mainoli
Lisandro Alonso
Musik: 
Juan Montecchia

Produktion: 
R/M Films Oro 2250 PB 1 Buenos Aires 1425, Argentinien T 11 48 99 20 00 musa@sinectis.com.ar
Weltvertrieb: 
TVOR 4 bis rue Saint-Sauveur 75002 Paris, Frankreich T 1 42 33 34 00 tvor@wanadoo.fr
Format: 
35 mm
Farbe
35 mm/1:1,85/Farbe

Misael Saavedra spielt sich selbst. Er ist Holzfäller in der unermesslichen Weite der argentinischen Pampa. Er überlebt allein, nur mit dem Nötigsten, hat fast keinen Kontakt zu anderen Menschen. Wir sehen einen beliebigen Tag aus seinem Leben, aneinander gereihte Momentaufnahmen, die uns erlauben, einen Blick in dieses fremde Leben zu werfen. Ich sah Misael oft in den Pampas, und ich dachte, dass seine isolierte Lebensweise auf dem Lande die unsere in der Stadt reflektiert. Misael ist kein professioneller Schauspieler; er weiß gar nicht, was ein Schauspieler ist, und er war noch nie im Kino. Er ist ein Holzfäller, der beschlossen hat, sich in La libertad ein bisschen als Schauspieler zu betätigen. Um das Drehbuch zu beschreiben, beobachtete ich sein Leben und vermerkte markante Augenblicke in seiner täglichen Routine. Es war wichtig, das Drehbuch so zu strukturieren, wie Misael sich den Tag einteilt. Obwohl er allein in der Wildnis ist, ist er immer beschäftigt. Es gibt eine Zeit, um Bäume zu fällen, eine Zeit, um Mittag zu essen, und eine Zeit, um ins Dorf zu fahren. Innerhalb dieser Zeit und dieses Raumes, in denen wir uns vielleicht verloren fühlen würden, organisiert Misael seine Arbeit und respektiert sie. Er muss sie respektieren, denn sonst könnte er nicht überleben. La libertad ist ein Film, den der Zuschauer für sich selbst zu Ende bringen muss. Wenn der Zuschauer das nicht tut, wenn er nicht fähig ist, sich einzubringen und Dinge, Handlungen, Bewegungen zu entschlüsseln, dann hat der Film als Film versagt. Ich habe versucht, nichts Außergewöhnliches oder Spektakuläres zu zeigen, nichts, was nur alle zwei, drei oder fünf Jahre im Leben eines Menschen passiert - die Geburt eines Kindes, ein schwerer Unfall oder etwas gänzlich Unerwartetes. Denn in Wahrheit lebt man sein halbes Leben in einer Routine, die niemandem auffällt. Ich wollte diese minimalen Momente aufzeichnen, so dass man, wenn man sie sieht, auch darüber nachdenken kann, wie das eigene Leben aussieht. Der Film versucht nicht bloß, Misaels Leben zu reflektieren, sondern das seine mit dem des Zuschauers und mit meinem in Beziehung zu setzen. Ich bin jemand, der ein völlig anderes Leben in der Stadt lebt. Trotzdem hätte das Resultat, hätte ich einen Tag in meinem Leben gefilmt, nicht anders ausgesehen als La libertad. (Lisandro Alonso)