LEITERS NOT ABOUT LOVE

V'98

LEITERS NOT ABOUT LOVE

Jacki Ochs
USA, 1998
Dokumentarfilme, 59min,

LEITERS NOT ABOUT LOVE

Jacki Ochs
USA, 1998
Dokumentarfilme, 59min,

Mit: 
Stimme von Arkadij Dragomoshczenko
Victor Nord
Stimme von Lyn Hejinian
Lili Taylor
Drehbuch: 
Jacki Ochs
Ton: 
Margaret Crimmins
Paul D. Hsu
Kamera: 
James Livingston
Schnitt: 
Jacki Ochs
Musik: 
Larry Ochs
Sergej Kurjokhin

Produktion: 
Human Arts Association
Weltvertrieb: 
Jane Balfour Films
Format: 
16 mm
Farbe

Letters Not About Love ist eine Anomalie in seinem Genre: Keine sprechenden Köpfe, keine Experten, keine Zeugen, kein bestimmtes Thema, das angesprochen, kein Rätsel, das aufgedeckt wird. Tatsächlich stellt die Filmemacherin Jacki Ochs auch niemandem je eine Frage. Der Film ist um die fünf Jahre anhaltende Korrespondenz zweier bekannter Dichter herum strukturiert: der Amerikanerin Lyn Hejinian und des Ukrainers Arkadij Dragomoshczenko. Das einzige, worum Ochs die beiden zu Anfang bat, war, in ihren Briefen über bestimmte Worte ("Buch", "Armut", "Gewalt" usw.) zu reflektieren. Sie benützt Teile dieser Briefe (gelesen von Victor Nord und Lili Taylor) als Voiceover für Material, das sie in den USA und in der ehemaligen Sowjetunion gedreht hat. Das Resultat ist die seltene Vereinigung des Privaten mit dem Politischen - eine Politik der Intimität. Während die ersten Briefe noch etwas zögerlich und bisweilen prätentiös sind (so als wollte jeder den anderen mit blumigen Ausdrücken und sozialer Einsicht beeindrucken oder übertrumpfen), sind die späteren von einer solchen Größe, dass sie einander anerkennen, miteinander tanzen und sich umeinander drehen. Es mögen tatsächlich Briefe "nicht über die Liebe" sein, aber sie zeigen eine Liebesbeziehung der Worte, und das ist die Wurzel des ansteckenden Reizes dieses Films. Ochs' Bilder sind mit leichter Hand gedreht und untermalen die Einsichten und Bedeutungen der Worte. Dies ist eine wahrhaftige und buchstäbliche Fusion von Kino und Poesie. (Jerry Johnson)

Letters Not About Love ist keine traditionelle Dokumentation. Anstatt eine Reihe von Fakten oder Ereignissen zu präsentieren, schafft der Film eine Dialektik zwischen den Bildern und der Erzählung, die vom Publikum eine andere Art der Aufmerksamkeit erfordert. Ich hoffe, dass der Film uns eine neue Weise eröffnet, einander zuzuhören, über alle kulturellen Grenzen hinweg. (Jacki Ochs)