DONT LOOK BACK

V'08

DONT LOOK BACK

D.A. (Donn Alan) Pennebaker
USA, 1967
96min, OF

DONT LOOK BACK

D.A. (Donn Alan) Pennebaker
USA, 1967
, 96min, OF

Mit: 
Bob Dylan
Albert Grossman
Bob Neuwirth
Joan Baez
Alan Price
Kamera: 
Howard Alk
Jones Alk
Ed Emshwiller
D.A. Pennebaker
Schnitt: 
D.A. Pennebaker

Produktion: 
Leacock-Pennebaker 262 West 91st Street New York, NY 10024, USA T 212 496 9195 F 212 496 8195
Weltvertrieb: 
Jane Balfour Services Flat 2, Crescent Mansions 122 Elgin Crescent London W11 2JN, Großbritannien T 207 727 1528 janebalfour@btconnect.com
Format: 
35 mm
Schwarz/Weiß

In Dont Look Back dokumentiert Direct-Cinema-Veteran D. A. Pennebaker Dylans legendäre England-Tournee 1965 und wirft dabei den Zuschauer mitten hinein ins Geschehen: Die Kamera scheint gar nicht präsent zu sein, keine Off-Kommentare und keine erkennbare Erzählstruktur stören den Fluss der Impressionen, die Dylan auf der Bühne, vor allem aber im Backstage-Bereich zeigen, etwa beim Scherzen mit Freunden und beim Provozieren von Journalisten. Pennebaker zeigt aber auch die in den 60er Jahren oft verschwiegene, kapitalistische Seite des Rock'n'Roll in Gestalt von Dylans berüchtigtem Manager Albert Grossman und dessen abgeklärten Verhandlungsmethoden. Das Bild, das der Zuschauer von Bob Dylan vermittelt bekommt, passt wenig zum Klischee des Friedensapostels und sensiblen Poeten, das in den 60er Jahren gerne bemüht wurde. Wir erleben einen jungen Mann, der seine offensichtliche Unsicherheit im Umgang mit seinem neuerworbenen Status durch Arroganz und Überheblichkeit gegenüber seinen jugendlichen Anhängern und der renommierten amerikanischen Presse zu kompensieren versucht. Man hört den Sänger endlose Monologe als Angriffe auf ein von ihm verhasstes Establishment halten, die sich nach weniger Zeit in sich selbst verlieren und somit selbstreferenziell bleiben. Die Meisterleistung Pennebakers liegt darin, dass es ihm gelungen ist, Dylan solange mit der Kamera zu verfolgen, bis dieser sie wohl erst verdrängt und dann vollkommen vergessen hat. Das macht den Film jenseits der Oberflächlichkeit der meisten Rockdokumentationen zu einem äußerst sehenswerten Zeitdokument auf der einen Seite, sowie durch seine Unmittelbarkeit zu einer Meisterleistung im Bereich des Dokumentarfilms im allgemeinen. Give the anarchist a cigarette. (Sascha Seiler)