BUFFALO '66

V'98

BUFFALO '66

Vincent Gallo
USA, 1997
Spielfilme, 110min,

BUFFALO '66

Vincent Gallo
USA, 1997
Spielfilme, 110min,

Mit: 
Vincent Gallo
Christina Ricci
Anjelica Huston
Drehbuch: 
Vincent Gallo
Alison Bagnall
Ton: 
Brian Miksis
Kamera: 
Lance Acord
Schnitt: 
Curtiss Clayton
Musik: 
Vincent Gallo
Ausstattung: 
Gideon Ponte

Produktion: 
Muse
Weltvertrieb: 
CFP International
Verleih in Österreich: 
Filmladen
Format: 
35 mm
Farbe

Es ist der erste Tag in der Freiheit für Billy Brown, der fünf Jahre für ein Verbrechen im Gefängnis gesessen ist, das er nicht begangen hat. Nach der Ankunft in seiner Heimatstadt Buffalo kidnappt er ein pummeliges Mädchen, das nur wenig Widerstand leistet, und zwingt sie, bei einem Besuch bei seinen Eltern als seine Frau aufzutreten. Während er herumdirigiert und Layla anbrüllt wie ein drittklassiger Filmregisseur, wird schnell klar, dass Billy zwar bellt, aber nicht beißt. Im Haus seiner Eltern verfällt er bald in stoische Resignation, weil seine schwächliche Idee voll danebengeht: Sie wird nämlich zum Erfolg. Mom und Pop (gespielt mit kaum verhaltenem Wahnsinn von Anjelica Huston und angewiderter Leidenschaftslosigkeit von Ben Gazzara) ignorieren Billy und sind begeistert von Layla. Gedemütigt und erfüllt von ohnmächtiger Wut, zieht Billy, mit Layla im Schlepptau, wieder ab. Während das Mädchen, selbst eine verlorene Seele, sich langsam in ihn verliebt, besucht Billy Leute und Orte aus seiner Vergangenheit und plant die Rache an jenem Mann, der unwissentlich die Schuld an seiner Gefängnisstrafe hat: einem ehemaligen Buffalo-Bills-Footballspieler, dessen Fehlschuss der Mannschaft die Superbowl 1991 und Billy eine Wette über 10.000 Dollar gekostet hat. Buffalo '66 ist das Gegengift gegen die Fixierung des Independent Films auf Mörderische-Pärchen-Road-Movies: Dieses Paar killt niemanden, sie fahren nirgendwo hin, und ihr am stärksten sexuell aufgeladener Akt ist ein zögerliches, versteinertes Händchenhalten. Gallo macht klar, dass dies kein Genrefilm ist: Als er aus dem Gefängnis kommt, ist Billys erste Aktion kein Mord, kein Diebstahl, kein Fick, sondern er sucht verzweifelt einen Ort, an dem er pinkeln kann. Es ist die Komödie einer fast kosmischen Entfremdung, eine anhaltende Aneinanderreihung von kleinen Unwürdigkeiten und emotionalen Demütigungen, die sich auf die Antiklimax zubewegt. (Gavin Smith)