BONNIE AND CLYDE

V'03

BONNIE AND CLYDE

Arthur Penn
USA, 1967
111min, OF

BONNIE AND CLYDE

Arthur Penn
USA, 1967
, 111min, OF

Mit: 
Warren Beatty
Clyde Barrow
Faye Dunaway
Bonnie Parker
Michael J. Pollard
C. W. Moss
Gene Hackman
Buck Barrow
Estelle Parsons
Blanche
Denver Pyle
Frank Hamer
Mit: 
Special Consultant
Robert Towne
Drehbuch: 
David Newman
Robert Benton
(ungenannt: Robert Towne)
Ton: 
Francis E. Stahl
Kamera: 
Burnett Guffey
Schnitt: 
Dede Allen
Musik: 
Charles Strouse
Ausstattung: 
Dean Tavoularis
Kostüm: 
Theadora Van Runkle

Produktion: 
Warner Bros./Seven Arts 4000 Warner Blvd. Burbank, CA 91522, USA T 818 954 6341 F 818 954 6336
Weltvertrieb: 
Warner Bros.
Verleih in Österreich: 
Warner Bros. Zieglergasse 10 1070 Wien T 1 523 86 26 F 1 523 86 26 31
Format: 
35 mm
Farbe

Bonnie and Clyde beginnt mit einer Reihe von vergilbten Schnappschüssen aus dem Leben der Barrows und Parkers: authentische Familienfotos, in Schwarzweiß. Das letzte wird überblendet in einen grellrot geschminkten Mund, Faye Dunaways Lippen in Großaufnahme: ein authentisches Kinobild, in Farbe. Die Kamera gleitet mit ihr zum Spiegel, auf ihren nackten Rücken, dann zurück zum Bett. Mit Faust und Stirn schlägt sie gegen dessen Gitterstäbe; ihre Augen, ihr Blick Verheißung und Verlangen verraten eine andere Geschichte als die des herunter gekommenen Servierfräuleins auf den düsteren Fotos. Als sie ans Fenster tritt, entdeckt sie Warren Beatty, der gerade den Wagen ihrer Mutter klauen will. Es beginnt die romantische Geschichte eines Gangsterpaares, eines Liebespaares. Die letzte Szene dieser Kinogeschichte ist Filmgeschichte: der Einbruch des Todes ins scheinbare Idyll trügerischer Ruhe, die aufflatternden Vögel, die schnellen Schnitte zwischen Bonnie und Clyde, ihre letzten Blicke voller Zärtlichkeit und Todesgewissheit, das in Slow Motion zerdehnte org(i)astische Ritual. Die weiß gekleideten Körper werden neben und in dem Wagen von Gewehrsalven blutig zerfetzt: ästhetisches Zelebrieren extremer Gewalt. (Helmut Merker) Penn war der Ansicht, ein ausgespielter Tod in Zeitlupe würde die Charaktere stärker machen, sie in die Erinnerung des Zuschauers einbrennen. Das Ende des Films macht die schwelenden Widersprüche manifest. Um seine Charaktere zu mythologisieren, bringt Penn das Publikum dazu, sie zu lieben, an der Intimität ihrer Blicke teilzuhaben, um dann das Band gewaltsam zu trennen. Das Ergebnis besteht darin, dass der Film den Zuschauer erschüttert zurücklässt wie einen Zeugen bei einer öffentlichen Hinrichtung. Der Zuschauer wird dafür bestraft, zu viel Vergnügen an den Charakteren und ihren Taten gehabt zu haben. (Robert Kolker)