V’18: OCTOBER 25 – NOVEMBER 8, 2018

BESCHKEMPIR

V' 01

BESCHKEMPIR

Adoptive Son

Aktan Abdykalykow
Kirgisistan/Frankreich, 1998
81min, OmdU

BESCHKEMPIR

Aktan Abdykalykow
Kirgisistan/Frankreich, 1998
, 81min, OmdU

Darsteller: 
Mirlan Abdykalykow
Beschkempir
Albina Imaschewa
Adir Abylkassimow
Bakyt Dschalkytschijew
Mirlan Chinkosojew
Talaj Mederow

Produktion: 
Noé Productions 10 rue Sainte Anastase 75003 Paris, Frankreich T 1 44 78 63 80 F 1 42 77 19 38
Weltvertrieb: 
Celluloid Dreams 2 rue Turgot 75009 Paris, Frankreich T 1 49 70 03 70 info@celluloid-dreams.com
Verleih in Österreich: 
Stadtkino Filmverleih Spittelberggasse 3 1070 Wien T 1 522 48 14 stadtkino@nextra.at
35mm/Schwarzweiß und Farbe

Beschkempir scheint ein Junge wie alle anderen zu sein: Er führt ein Leben ohne Zwischenfälle. Zu Beginn der Pubertät fühlt er erstmals die Erregung, die das Erwachen der Sexualität mit sich bringt. Bald empfindet er für das Nachbarmädchen die ersten zarten Liebesgefühle. Eines Tages verbreitet sich eine Nachricht, die sein Leben über den Haufen zu werfen droht: Beschkempir erfährt von einem Freund, dass er nicht das leibliche Kind seiner Eltern sein soll. Plötzlich ist alles anders: Wenn seine Mutter nicht seine Mutter und sein Vater nicht sein Vater ist, dann ist auch er niemand mehr. Dennoch beschließt er, die Schwierigkeiten, die diese Situation mit sich bringt, nach und nach zu überwinden. Aktan Abdykalykows Film bezieht sich auf einen alten Brauch, der auch heute noch bei den Kirgisen Gültigkeit hat: Ehepaaren, bei denen die Frau sich als unfruchtbar erweist, wird ein entwöhntes Kleinkind geschenkt. Mein Film ist nach dem Prinzip der kirgisischen Patchworkdecken aufgebaut. Jedes Stoffstück stellt die Erinnerung an einen verstorbenen Menschen dar. Wenn bei uns jemand stirbt, ist es üblich, dass man unter den Angehörigen Stücke eines Patchworks verteilt. Sie symbolisieren das Gedächtnis, die Nachkommenschaft. In meinem Film versuche ich, das Muster der kollektiven Erinnerung des kirgisischen Volkes zu weben. (Aktan Abdykalykow) The Adoptive Son, die in metaphorischen Bildern erzählte Studie der Identitätskrise eines Jungen, besticht durch einen imponierenden Formwillen. In einfarbig viragierten, an die Kupfertiefdruckmagazine der 50er Jahre erinnernden Bildern betreibt er eine Ästhetisierung abseits aller Schönfärberei. Wie in den Landarbeiterstudien des Fotografen Sebastião Salgado verleiht der Kontrastreichtum der Schwarzweißaufnahmen seinen Bildern eine berückende Erdigkeit und Schwere. (Daniel Kothenschulte)

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