BELLS ARE RINGING

V'98

BELLS ARE RINGING

ANRUF GENÜGT - KOMME INS HAUS

Vincente Minnelli
USA, 1960
Spielfilme, 127min,

BELLS ARE RINGING

Vincente Minnelli
USA, 1960
Spielfilme, 127min,

Mit: 
Judy Holliday
Dean Martin
Fred Clark
Drehbuch: 
Betty Comden
Adolph Green nach ihrem Musical
Kamera: 
Milton R. Krasner
Schnitt: 
Adrienne Fazan
Musik: 
Jule Styne; André Previn (Adaption)
Ausstattung: 
E. Preston Ames
George W. Davis
Kostüm: 
Walter Plunkett

Produktion: 
MGM
Weltvertrieb: 
Hollywood Classics Ltd.
Format: 
35 mm
Farbe
Seitenverhältnis: CinemaScope

Judy Holliday wiederholt ihre Broadway-Rolle, die des gutherzigen Telefonfräuleins Ella Peterson. Ella arbeitet für Susanswerphone, ein kleines Telefonservice, das von ihrer Cousine Sue geleitet wird. Ella kann nicht anders, als sich in das Leben ihrer Kunden zu verstricken, was wiederum den nicht sehr hellen Polizeiinspektor Barnes auf sie aufmerksam werden lässt, der meint, Susanswerphone sei nur die Tarnung für ein zwielichtiges Unternehmen. Der Polizist ist so besessen von dieser Vorstellung, dass ihm nie der "wirkliche" Kriminelle in diesem Film, der gewitzte deutsche Buchmacher J. Otto Prantz, auffällt, der sich als Plattenproduzent tarnt und die Namen verschiedener Komponisten als Code für die Pferderennplätze im ganzen Land benutzt. Um Barnes' Abhörversuchen zu entgehen, beschließt Ella, persönlich in New York herumzufahren, um die Nöte ihrer Kunden zu mildern. Ganz besonders am Herzen liegt ihr der Theaterautor Jeffrey Moss, der schwer gefährdet ist, ein Alkoholiker zu werden, wenn ihm nicht bald eine zündende Idee für ein neues Stück kommt. Ella nimmt eine falsche Identität an, und schon bald fühlt sich Jeffrey von ihr inspiriert und verliebt sich in sie. Sie aber meint, ihre Beziehung beruhe auf falschen Tatsachen und verschwindet aus seinem Leben. Aber Moss und die anderen Kunden, die von Ella "gerettet" wurden, tauchen vor ihrer Tür auf, um gemeinsam ein Happy-End zu feiern. Judy Holliday - in ihrer letzten Filmrolle - überstrahlt alles, Unter den Filmsongs von Betty Comden, Adolph Green und Jule Styne finden sich Hits wie Just in Time und The Party's Over. (Hai Erickson)

Außer in ein paar eingefügten Szenen konnte sich Minnelli nicht den Luxus leisten, an Originalschauplätzen in Manhattan zu drehen. Stattdessen füllt er den Hintergrund mit Leuten, die so lebhaft und exzentrisch sind wie seine Hauptfiguren. Man kann leicht feststellen, dass sein "Times Square" nicht echt ist. (Ein Hinweis darauf ist ein Neonschild, das "Jim Henry's Paradise" ankündigt - das war der Name des Clubs in Minnellis Film Cabin in the Sky aus dem Jahr 1943.) Aber die Menschenmengen, die vorüberziehen, beweisen Minnellis Fähigkeit, Komparsen wie nuancierte Charakterdarsteller zu behandeln, die seinem Rahmen Textur geben und nicht nur "den Platz ausfüllen". (Stephen Harvey)