ANGELOS' FILM

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ANGELOS' FILM

Péter Forgács
NL, 1999
Dokumentarfilme, 58min,

ANGELOS' FILM

Péter Forgács
NL, 1999
Dokumentarfilme, 58min,

Ton: 
Zsolt Hubay
Kamera: 
Angelos Papanastassiou; Péter Forgács
Schnitt: 
Kati Juhász
Musik: 
Tibor Szemzö
Produktion: 
Lumen Films
Weltvertrieb: 
Lumen Films
Format: 
Video (Betacam SP)
Farbe

Das erste Bild in Angelos' Film wirkt auf die Zuschauer schockierend, aber es bringt in wenigen Sekunden viel von der Bedeutung des Films zum Ausdruck: Einige Hunde teilen sich die Überreste eines vertrockneten Gerippes. Dann erscheint Angelos Papanastassiou, ein griechischer Aristokrat, ehemaliger Marineoffizier, erfolgreicher Geschäftsmann und leidenschaftlicher Royalist, um schließlich den Blick freizugeben auf die Särge, in denen die von den Nazis ermordeten Patrioten ruhen. Ihre Existenz verdanken diese einzigartigen Bilder Angelos, der sie oft unter schwierigsten Bedingungen aufgenommen hat. Er zeigt uns Athen in den vier Jahren deutscher Besatzung, legt Zeugnis ab von den Gräueltaten aber auch von den Freuden des Lebens. Neben dieses einmalige Filmmaterial stellt Péter Forgács deutsche Propagandafilme (Straßenschlachten oder auch die surrealistische Aufnahme, in der sich Panzersoldaten freudig zu einem Bade ins Meer stürzen) sowie Bilder englischer Wochenschauen. Angelos' Film erzählt die grausame und verzweifelte Geschichte eines Lebens, in dem sich Privates mit der Weltgeschichte vermischt. Durch Zeitlupen, Standbilder und verschiedene Farbgebungen schafft Péter Forgács das Gemälde eines erniedrigten und zerrissenen Volkes, das nach Kriegsende noch fast zehn Jahre Bürgerkrieg erdulden musste. Ähnlich wie Yervant Gianikian und Angela Ricci Lucchi untersucht Forgács immer wieder offene Wunden des 20. Jahrhunderts, indem er sich der privatesten Bilder bedient. (Betrand Bacqué)