ALWAYS OUTNUMBERED, ALWAYS OUTGUNNED

V'08

ALWAYS OUTNUMBERED, ALWAYS OUTGUNNED

Michael Apted
USA, 1998
108min, OF

ALWAYS OUTNUMBERED, ALWAYS OUTGUNNED

Michael Apted
USA, 1998
, 108min, OF

Mit: 
Laurence Fishburne
Daniel Williams
Bill Cobbs
Natalie Cole

Produktion: 
Jeffrey Downer, Laurence Fishburne, Jonathan Ker, Jeanney Kim,
Weltvertrieb: 
Verleih in Österreich: 
Farbe

Der schwarze Ex-Häftling Socrates Fortlow ist nach Los Angeles gekommen, um in der Anonymität unterzutauchen und neu anzufangen. Doch kaum ist seine erste Jobanfrage beim Bau abgelehnt («zu alt»), entschärft er schon eine gefährliche Situation. Ebenso greift er in den folgenden Episoden in seiner Community schlichtend ein, nicht nur mit den abgeklärten Street- Smarts aus vielen Gefängnisjahren: Die Haft und die unauslöschlichen Erinnerungen an seine mörderische Schuld haben auch den unkonventionellen Ethos geprägt, mit dem Socrates das Leben im «Kriegsgebiet» Watts angeht - besser einen Schwarzen umbringen als ihn der Polizei zu übergeben, lautet etwa sein salomonischer Ratschluss im Fall eines Mörders. Laurence Fishburne brilliert gelassen in der Hauptrolle dieser bemerkenswerten Adaption des Erzählbandes vom schwarzen Krimispezialisten Walter Mosley. Als Produktion des TV-Senders HBO belegt Always Outnumbered nebenbei, dass im Fernsehen Freiräume existieren, die dem Kino unter Kommerzdruck kaum noch gegönnt werden: Der Tonfall ist täuschend unaufgeregt, dabei ist Michael Apteds Verfilmung um einiges unversöhnter als davor die (feine) Adaption von Mosleys Devil in a Blue Dress für die große Leinwand, geprägt vom unnachgiebigen Auftreten des Einzelgängers und verqueren Moralphilosophen Socrates und dem bitteren Existenzkampf in Watts. Zwar gibt es eine schöne, angenehm unterspielte Romanze und eine sehr komische Nebenhandlung um von Socrates' beharrlicher Arbeitssuche ins Bockshorn gejagte Supemarktleiter in einem weißen Viertel: Aber eigentlich sind beide ebenso von der sozialen Deklassierung gezeichnet. (Christoph Huber) Karten für diese Veranstaltung sind an allen Vorverkaufsstellen erhältlich. Eintritt € 1,- (Solidarkarte für die Aktion „Hunger auf Kunst und Kultur“).