VIENNA INTERNATIONAL FILM FESTIVAL: OCTOBER 25 – NOVEMBER 8, 2018

10E CHAMBRE, INSTANTS D'AUDIENCE

V' 04

10E CHAMBRE, INSTANTS D'AUDIENCE

BEZIRKSGERICHT 10. ARRONDISSMENT - MOMENTE VON VERHANDLUNGEN

Raymond Depardon
F, 2004
Dokumentarfilme, 105min, OmdU

10E CHAMBRE, INSTANTS D'AUDIENCE

Raymond Depardon
F, 2004
Dokumentarfilme, 105min, OmdU

Drehbuch: 
Raymond Depardon
Ton: 
Claudine Nougaret
Sophie Chiabaut
Kamera: 
Raymond Depardon
Fabienne Octobre
Justine Bourgade
Schnitt: 
Simon Jacquet
Lucile Sautarel

Produktion: 
Palmeraie et désert 25 voie d'Igny 92140 Clamart, Frankreich T 1 40 83 05 55 palmeraie.desert@wanadoo.fr
Weltvertrieb: 
Télé Image International 64 rue Pierre Charron 75008 Paris, Frankreich T 1 44 35 17 40 ndamiens@teleimages.com
Verleih in Österreich: 
Stadtkino Filmverleih Spittelbergasse 3, 1070 Wien T 1 522 48 14, stadtkino@nextra.at
Format: 
35 mm
Farbe

Der scheinbar komplizierte Titel des neuen Films von Raymond Depardon bezeichnet einfach einen der zahlreichen Pariser Gerichtssäle. Es geht um Trunkenheit am Steuer, eine kleine Diebstahlsgeschichte, die Beleidigung einer Verkehrspolizistin. Angeklagt sind ordinary people, eine müde Hausfrau, ein kleiner Filou, ein unbeherrschter Bauarbeiter. Es ist eine wahre Comédie humaine, die Depardon auf einfache, sensible Weise dokumentiert, bei der plötzlich durch einen einzigen Satz oder Blick für einen Moment ein ganzes Leben auf der Leinwand aufblitzt. Von Mai bis Juli 2003 bekommt Raymond Depardon die Erlaubnis, die Verhandlungen in einem Pariser Zivilgerichtshof zu filmen. Zehn Jahre nach Délits flagrants beschäftigt sich Depardon also erneut mit der französischen Justiz, diesmal allerdings, um eine Innenansicht aus dem Gerichtssaal zu liefern. Dies mag nicht gerade nach vielversprechendem Material für eine Dokumentation klingen, doch 10e chambre, instants daudience ist eine faszinierende Studie über aufeinanderprallende Meinungen und rhetorische Wortgefechte, angereichert mit humoristischen Höhepunkten: «Er ist gut in seinem Job, ich bin es in meinem», bekommt etwa ein angeberischer Berufsdieb von dem Polizeibeamten, der ihn verhaftet hat, zu hören. (Kent Jones) Wir haben versucht, all den Angeklagten in diesem Gerichtssaal mit Respekt und Geduld zu begegnen. Wir filmten sie in Augenhöhe, um die Abläüfe im Gerichtssaal so wenig wie möglich zu stören und gleichzeitig transparent zu machen. Wir zeichneten die Gesichter und Worte dieser Männer und Frauen auf, um sie unserem kollektiven Gedächtnis einzuverleiben. Und sie waren mutig genug, sich in einem Moment äußerster Demütigung filmen zu lassen. (Raymond Depardon)