17 Okt 2021

Carrier Bag of Films: Teenage Mutant Ninja Turtles

Teenage Mutant Ninja Turtles

Viele Teenage Mutant Ninja Turtles hat man in der Geschichte der Viennale noch nicht auf der Leinwand gesehen. Das ändert sich nun mit KELTI, in dem die junge Minja eine Geburtstagsparty mit Ninja-Turtles-Motto feiert, weshalb sie und ihre Klassenkameraden als Schildkröten verkleidet durch das Wohnzimmer im Belgrader Vorort hüpfen.

Leonardo (der Anführer, blaues Bandana, ernst- und ehrenhaft), Michelangelo (der Freigeist, orangefarbenes Bandana), Raphael (der Dickkopf, rotes Bandana, sarkastisch und wild) und Donatello (technologisches Genie, violettes Bandana) heißen die 1984 von Kevin Eastman und Peter Laird erschaffenen Superhelden, die schon längst der reinen Comicexistenz entflohen sind und von Filmen über Videospiele, Spielzeuge, Romane, Panini-Alben bis zur Pizzaindustrie (Pizzashakes, Pizzasuppen) eigentlich überall auftauchen, wo sich Geld verdienen lässt. Die teilweise schon in der Vorstellung nur schwer verdaulichen Pizzen, die die Schildkröten so bestellen (Sardellen-Erdbeer-Pizza oder Gulasch-Pizza als Beispiele) gelten als eines der vielen Kultaspekte der Comics und TV-Serien.

Eigentlich war das Quartett als Parodie auf populäre Reihen wie X-Men gedacht, entwickelte sich aber schnell zur eigenständigen Serie. Die Ninja Turtles, die von Splinter, einem in eine Ratte verwandelten Menschen, in der „Kunst des ausdauernden Herzens“ Ninjutsu trainiert werden, waren als Nindža Kornjače dank der ersten großen TV-Serie von 1987 bis 1996, auch im ehemaligen Jugoslawien äußerst bekannt. Sie flimmerten weltweit in ihrem Kampf gegen Erzfeind Shredder über die Bildschirme beziehungsweise wurden von den Mirage Studios verlegt.

Inzwischen existieren die Karateschildkröten vor allem in einem nostalgischem Raum, den neuere Adaptionen selten zufriedenstellend füllen. 

FEATURES KELTI